{"id":58591,"date":"2019-12-01T15:16:41","date_gmt":"2019-12-01T14:16:41","guid":{"rendered":"http:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/?page_id=58591"},"modified":"2019-12-01T15:16:42","modified_gmt":"2019-12-01T14:16:42","slug":"nordwaerts-2008","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/nordwaerts-2008\/","title":{"rendered":"Nordw\u00e4rts 2008"},"content":{"rendered":"<p>Drei Monate mit dem Fahrrad auf Reisen zu sein, ein Traum den wir uns nach fast 10 Jahren wieder einmal erf\u00fcllen wollen. Alles f\u00e4ngt mit einem SMS an Michel an. Ich habe die Gelegenheit, wieder einmal l\u00e4nger auf Reisen zu gehen. Das Reiseziel wird ohne l\u00e4ngerem diskutieren beschlossen. Die Tour sieht folgendermassen aus: durch Irland, nach Nordirland, weiter nach Schottland, mit der F\u00e4hre auf die \u00e4usseren Hebriden, zur\u00fcck in die Schottischen Highlands und weiter mit der F\u00e4hre nach Island, wo als Kr\u00f6nung das isl\u00e4ndische Hochland auf uns wartet.<\/p>\n<div id=\"kgvid_kgvid_0_wrapper\" class=\"kgvid_wrapper\">\n\t\t\t<div id=\"video_kgvid_0_div\" class=\"fitvidsignore kgvid_videodiv\" data-id=\"kgvid_0\" data-kgvid_video_vars=\"{&quot;id&quot;:&quot;kgvid_0&quot;,&quot;attachment_id&quot;:57643,&quot;player_type&quot;:&quot;Video.js v8&quot;,&quot;width&quot;:&quot;640&quot;,&quot;height&quot;:&quot;360&quot;,&quot;fullwidth&quot;:&quot;true&quot;,&quot;fixed_aspect&quot;:&quot;false&quot;,&quot;countable&quot;:true,&quot;count_views&quot;:&quot;quarters&quot;,&quot;start&quot;:&quot;&quot;,&quot;autoplay&quot;:&quot;false&quot;,&quot;pauseothervideos&quot;:&quot;false&quot;,&quot;set_volume&quot;:&quot;1&quot;,&quot;muted&quot;:&quot;false&quot;,&quot;meta&quot;:false,&quot;endofvideooverlay&quot;:&quot;&quot;,&quot;resize&quot;:&quot;true&quot;,&quot;auto_res&quot;:&quot;automatic&quot;,&quot;pixel_ratio&quot;:&quot;true&quot;,&quot;right_click&quot;:&quot;on&quot;,&quot;playback_rate&quot;:&quot;false&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Nordwaerts_Route&quot;,&quot;skip_buttons&quot;:[],&quot;nativecontrolsfortouch&quot;:&quot;true&quot;,&quot;locale&quot;:&quot;de&quot;,&quot;enable_resolutions_plugin&quot;:false}\" itemprop=\"video\" itemscope itemtype=\"https:\/\/schema.org\/VideoObject\"><meta itemprop=\"thumbnailUrl\" content=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts_Route_thumb6.jpg\"><meta itemprop=\"embedUrl\" content=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/?attachment_id=57643&#038;videopack%5Benable%5D=true\"><meta itemprop=\"contentUrl\" content=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts_Route.mp4\"><meta itemprop=\"name\" content=\"Nordwaerts_Route\"><meta itemprop=\"description\" content=\"Video\"><meta itemprop=\"uploadDate\" content=\"2016-12-29T10:14:40+01:00\">\n\t\t\t\t<video id=\"video_kgvid_0\" playsinline controls preload=\"metadata\" poster=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts_Route_thumb6.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" class=\"fitvidsignore video-js kg-video-js-skin\">\n\t\t\t\t\t<source src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts_Route.mp4?id=0\" type=\"video\/mp4\" data-res=\"450p\">\n\t\t\t\t<\/video>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n<p>Sehen Sie auch die&nbsp;<span style=\"color: #d26d19;\"><strong><a style=\"color: #d26d19;\" href=\"http:\/\/tomphoto.ch\/nordwaerts-2008-galerie\/\">Bildergalerie zur Nordw\u00e4rts Tour<\/a><\/strong><\/span>&nbsp;an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den folgenden 1 \u00bd Jahren verbringen wir oft die Zeit bei einem guten Glas Wein mit planen. Geplant wurde alles was mit der Reisen zu tun hat: welches Zelt, welcher Pneu, wie viele Fotofilme und nat\u00fcrlich die Routenplanung. Kilometer werden berechnet, Ziele definiert, Karten ausw\u00e4hlt und nat\u00fcrlich Sehensw\u00fcrdigkeiten markiert. Auch das Reisematerial muss studiert und gewogen werden. Wer nimmt was mit; Kocher, Zelt, Fahrrad Flickzeug, Schlafsack, Kleider, Reiseunterlagen, Ersatzpneu und nicht zuletzt Fotoapparat, Objektive, Stativ, Filmkamera, Unterwasserh\u00fclle&#8230; Resultat nach langem Ein- und Aussortieren sind ca. 30 kg Gewicht pro Person inkl. Fahrrad, davon 17 Kg Film- und Fotoausr\u00fcstung.<\/p>\n<p><strong>Die Fahrradkisten sind zu gross\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Endlich ist es soweit, wir schreiben den 5 Mai 2008 und somit steht der Abflug nach Irland kurz bevor. Ich verabschiede mich von meinen 4 Kindern. Sie lassen mich nur schweren Herzens ziehen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Nordwaerts.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Michel f\u00e4llt es einiges einfacher weil er keine Familie zum verabschieden hat. In Spiez steigen wir mit Sack und Pack in den Zug nach Z\u00fcrich Flughafen. Dort kommt das erste Erwachen, wir kommen mit unseren Kartons nicht durch die Schiebet\u00fcren des Flughafens. Wir m\u00fcssen die Kartons immer wieder vom Gep\u00e4ckwagen abladen, durch die T\u00fcren schieben und wieder aufladen. An der Gep\u00e4ckannahme wird uns erkl\u00e4rt, dass unsere Fahrradkisten zu gross f\u00fcr das F\u00f6rderband sind. Also verkleinern wir mit einem Messer die Kisten. Nun war auch das Personal am Flughafen zufrieden und wir fragen uns, warum wir das nicht schon fr\u00fcher gemacht haben&#8230;. Endlich steigen wir in das Flugzeug nach Irland.<\/p>\n<p>In Dublin ist das Gl\u00fcck auf unserer Seite und wir erwischen gleich den Bus an die Westk\u00fcste. Nach einigen Stunden Fahrt erreichen wir um 23:00 Uhr Galway. In der Dunkelheit bauen wir unsere Fahrr\u00e4der zusammen, montieren das Gep\u00e4ck und suchen den letzten noch offenen Fastfood Shop auf, um unsere hungrigen M\u00e4gen zu f\u00fcllen. Voll Genuss beissen wir in den fettigen Hamburger. Was man so alles auf sich nimmt wenn uns der Hunger plagt! Ausserhalb Galway finden wir ein Feld wo wir unsere Zelte aufbauen und schnell einschlafen.<\/p>\n<p>Die Sonne weckt uns am n\u00e4chsten Tag. Einen solchen Ferienstart ist nat\u00fcrlich traumhaft. Ein paar unge\u00fcbte Bewegungen und schon haben wir das Radeln mit den schwer bepackten Fahrr\u00e4dern voll im Griff.<\/p>\n<p><strong>Aran Inseln<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Fahrt f\u00fchrt uns vorbei an alten Steinmauern, saftigen gr\u00fcnen Wiesen und alten typisch irischen H\u00e4usern. Unser n\u00e4chstes Ziel ist ein Ausflug auf die Aran Inselgruppe,&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Aran.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Aran.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>welche sich aus drei Inseln zusammensetzt. Wir entscheiden uns, die Hauptinsel \u201eInishmore\u201c zu erkunden. Die Insel ist \u00fcbers\u00e4t mit alten Steinmauern, die schon \u00fcber hundert Jahre alt sind. Die Einwohner dieser aus Felsen und Schiefer bestehenden Insel mussten die Steinplatten mit m\u00fchsamer Handarbeit aus dem Boden schlagen.<\/p>\n<p>Zu Besichtigen gibt es hier eine alte Festung namens \u201eDun Aonghasa\u201c die an den Rand der rund 100m hohen Klippen gebaut wurde. Des weiteren besichtigen wir ein quadratisches Felsloch, welches das Meer ausgefressen hat. Ein Seel\u00f6we schaut uns misstrauisch zu w\u00e4hrend wir symbolisch unsere Uhren ins Meer werfen. Die Zeit ist immer relativ und so k\u00f6nnen wir dem geregelten, von der Uhr geleiteten Tagesablauf entfliehen. W\u00e4hrend den n\u00e4chsten drei Monaten stehen wir auf wenn wir erwachen, essen wenn der Magen knurrt und schlafen wenn wir m\u00fcde sind. Nur so kann man die Ferien so richtig geniessen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck auf dem Festland (sofern man Irland als Festland bezeichnen kann) f\u00fchrt uns unser Weg Richtung Norden an der \u201eMaam Cross\u201c vorbei, wo der Film \u201eThe Quiet Man\u201c mit John Wayne gedreht wurde, nach Westport.<\/p>\n<p><strong>Die Zecken Insel<\/strong><\/p>\n<p>Nun sehen wir endlich wieder einmal das Meer aus der n\u00e4he. Einige Kilometer weiter l\u00e4dt uns eine kleine Insel zum \u00fcbernachten ein. Unsere zwei kleinen Zelte finden auf diesem Inselchen nur knapp Platz. Bei Ebbe kann man mit trockenen F\u00fcssen auf die Insel laufen, bei Flut geht&#8217;s nur mit schwimmen. Beim Lagerfeuer und einem Glas Wein geniessen wir den Abend, nichts ahnend was uns noch erwartet.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen schaut Michel nicht schlecht, als er ca. 10 Zecken am Bein entdeckt. Nach der Notoperation versucht er die restlichen Sachen von der Insel zu holen und entdeckt schon wieder ein paar Zecken. Da muss irgendwo ein Nest von diesen Biestern sein! Dieses Plagegeister besch\u00e4ftigen uns noch bis in die Schottischen Highlands.<\/p>\n<p><strong>Wo spielt eine Irish Folk Band?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere gr\u00f6sste Vorfreude auf die Reise war die Tatsache, dass am Abend in Irland in jedem Pub eine Irische Folk-Band spielt, so wie es Michel auf seiner letzten Irlandreise erleben<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Zelt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Zelt.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>&nbsp;durfte. Doch egal wie intensiv wir suchen, nirgends wird uns etwas in dieser Richtung geboten. In einem Pub erkl\u00e4rt uns ein Irl\u00e4nder, dass durch das totale Rauchverbot und das Null-Promille Gesetz am Steuer dazu gef\u00fchrt hat, dass die Irl\u00e4nder lieber zuhause das Guinness geniessen. Dies ist wohl eine der Folgen der neuen Gesetze. Schade dass eine solch lebhafte Kultur durch Gesetze verloren geht.<\/p>\n<p>Auf der Weiterfahrt sehen wir eine wundersch\u00f6ne Klippe die wir als unser n\u00e4chster \u00dcbernachtungsplatz ausw\u00e4hlen. Um zuhause Eindruck zu schinden, stellen wir ein Zelt am \u00e4ussersten Rand auf und machen ein paar Fotos. Bei einem guten Nachtessen geniessen wir den gewaltigen Sonnenuntergang welcher die Klippen wundersch\u00f6n rot f\u00e4rbt. R\u00fcckblickend war dies einer der sch\u00f6nsten Zeltpl\u00e4tze auf unserer Reise.<\/p>\n<p><strong>Uns zieht es nach Norden<\/strong><\/p>\n<p>Die Landschaft wird zunehmend karger. Der Weg f\u00fchrt vorbei an \u00d6lbohrfirmen, einsamen Weiden und l\u00e4stigen Stacheldrahtz\u00e4unen. Es gibt nichts zum anschauen und keine landschaftliche Ver\u00e4nderung\u2026 Die einzige, eher unliebsame Abwechslung bietet eine Kuh, die aus Ihrer Umz\u00e4unung ausgebrochen ist und nun ziellos auf der Strasse herum irrt. Trotz einiger M\u00f6glichkeiten findet sie nicht mehr auf die Weide zur\u00fcck und beschliesst \u00fcber den Stacheldraht zu springen, mit anschliessender Bruchlandung. Wir k\u00f6nnen uns immer weniger an der Umgebung erfreuen, uns zieht es nach Nordirland. In Sligo entscheiden wir das einzige mal, in einem Jugend Hostel zu \u00fcbernachten weil es in der n\u00e4heren Umgebung keinen Zeltplatz gibt. Ein Schotte der in diesem Hostel arbeitet und dessen Arbeitstage mit ausschlafen, kurz arbeiten und folgendem intensivem Bier trinken bis zum Morgengrauen endet, erkl\u00e4rt uns den Weg zu einem Pub, wo am Abend doch tats\u00e4chlich eine Irish Folk Band Spielt\u2026Also nichts wie hin!<\/p>\n<p><strong>London Derry, die Geschichte lebt<\/strong><\/p>\n<p>Wir beschliessen den direkten Weg nach Nordirland zu nehmen. London Derry ist eine Stadt in der die Geschichte Irlands noch lebt. Bis vor wenigen Jahren galt die Stadt als gef\u00e4hrlich, da die IRA (Irisch Republikanische Armee) hier den Hauptsitz hat und Schauspiel blutiger&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/London_Derry.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/London_Derry.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"286\"><\/a>Auseinandersetzungen war. Diese Stadt gilt gerade f\u00fcr uns als eine der gr\u00f6ssten Hauptziele unserer Reise. Das Zelt stellen wir etwas ausserhalb der Stadt bei einem grossen Haus mit einem sch\u00f6nen Garten auf. Die Leute die hier \u00fcbernachten sehen uns nur von der Seite an, wenn sie aus ihren teuren Autos steigen\u2026 F\u00fcr sie ist dies wohl zu viel Individualismus oder vielleicht ist der seltene Duschbesuch der letzten Tage schuld daran \ud83d\ude42 Was soll\u2019s!<\/p>\n<p>Die Stadt h\u00e4lt, was sie verspricht! Unser Besuch gilt vor allem dem Free Derry. Umz\u00e4unt durch einen grossen Eisenzaun kann man hier riesige Wandgem\u00e4lde, die vom \u201eBloody Sunday\u201c erz\u00e4hlen, besichtigen. Am 31 Januar 1972 f\u00fchrte die Katholische Minderheit eine unbewaffnete und friedliche Demonstration durch. Britische Fallschirmj\u00e4ger er\u00f6ffneten daraufhin das Feuer und erschossen 13 unschuldige Menschen, die kaum \u00e4lter als 30 Jahre waren. Die schiessw\u00fctigen britischen Solodaten erkl\u00e4rten, dass sie unter Beschuss genommen wurden, ein Argument, das sich schnell als L\u00fcge entpuppte. Seit diesem Vorfall lodert in Nordirland der B\u00fcrgerkrieg mit abertausenden von Toten in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten.<\/p>\n<p>Nebst all den Wandbildern gilt unser Besuch auch dem \u201eBogside Inn\u201c, dem Hauptquartier der IRA. Uns wird doch ziemlich mulmig an diesem Ort. Junge Knaben h\u00e4ngen \u00fcberall Irische Fahnen auf, die einzigen Fahnen \u00fcberhaupt in Nordirland. Man sp\u00fcrt, dass der Kampf noch nicht vorbei ist, trotz der Waffenruhe seit einigen Jahren. Ein Funke und der Krieg bricht wieder aus. In einem Laden fragen wir die Verk\u00e4uferin, wieso nur im \u201eFree Derry\u201c Fahnen h\u00e4ngen. Nach langem Z\u00f6gern erkl\u00e4rt sie uns, dass es besser ist, keine Fahnen aufzuh\u00e4ngen und damit keine Stellung zu beziehen. Die Briten haben die Irische Fahne verboten. Egal welche Landesfahne jemand aufh\u00e4ngt, die eine oder andere Seite macht Probleme. Nicht alle Irl\u00e4nder haben Antipathie mit den Briten.<\/p>\n<p>Nachdenklich Verbringen wir den Abend in einem Pub wo die Band Aontas eine Irish Folk Session gibt. In der Pause \u00fcberreicht uns eines der Bandmitglieder eine CD mit der Erlaubnis unseren Film zu vertonen, was wir sehr gerne annehmen.<\/p>\n<p><strong>Nordirland wie im Bilderbuch<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Reise geht immer weiter Richtung Norden. In \u201eMussenden Temple\u201c sprechen uns zwei sportliche Irl\u00e4nder an, die gerade f\u00fcr einen Nordpool Marathon Trainieren und uns den weiteren Weg erkl\u00e4ren. Zu sehen gibt es hier den \u201eMussenden Temple\u201c, eine alte Ruine an der K\u00fcste und das \u201eCastlerock\u201c. Unterwegs fahren wir nichts wissend in Portrush an ein Motorrad rennen. S\u00e4mtliche Strassenlampen werden gepolstert und \u00fcberall wimmelt es von Motorradfahrern. Wir fl\u00fcchten so schnell wie m\u00f6glich von diesem St\u00e4dtchen. Ein Tag sp\u00e4ter erfahren wir, dass ein bekannter Motorradfahrer bei diesem Rennen ums Leben kam.<\/p>\n<p>In \u201eBushmills\u201c besichtigen wir die Ortsans\u00e4ssige \u201eBushmills Distillery\u201c welche von sich behauptet, die \u00e4lteste der Welt zu sein, doch dies behaupten alle\u2026<\/p>\n<p>Die Fahrt geht nun rasant weiter und wir erfreuen uns an der landschaftlichen Abwechslung. Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nt ein dumpfer Knall und Michel liegt am Boden. Ich habe eine hintere Saccoche verloren welche Michels Weg gekreuzt hat. Michel hatte Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck und tr\u00e4gt nur ein aufgesch\u00fcrftes Knie davon.<\/p>\n<p>Die Nacht verbringen wir in Giant`s Causeway. Kurz vor Sonnenuntergang stehen wir parat<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Giants_Causeway.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Giants_Causeway.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>&nbsp;um diese eckigen Steine im richtigen Licht festzuhalten.<\/p>\n<p>Tags darauf zieht es uns von der Hauptstrasse weg auf einen Nebenweg der K\u00fcste entlang. Eine unliebsame Begegnung sind oft Hunde die uns das Radlerleben nicht immer vereinfachen. Also bewaffnen wir uns mit Steinen. Die Steine m\u00fcssen zum Gl\u00fcck nicht einsetzt werden. Beim \u201eBallycastle\u201c Kloster zieht Michel wohl den 200sten Zecken aus seinem K\u00f6rper. Diese Biester besch\u00e4ftigen uns nun jeden Tag seit der Zeckeninsel und sollten uns auch noch bis Schottland begleiten\u2026<\/p>\n<p>Die Strecke die nun folgt verlangt alles von uns ab. In Ballycastle wollen wir die F\u00e4hre nach Schottland betreten, doch die F\u00e4hrverbindung wurde kurzerhand eingestellt. Wir versuchen im Hafen einen Fischer zu finden der uns auf die schottischen Inseln stellt. Der Preis ist jedoch so hoch, dass wir uns gezwungenermassen f\u00fcr den F\u00e4hrhafen in Larne entschieden. Niemand hat uns allerdings verraten wie das Streckenprofil nach Larne ausschaut. Wir k\u00e4mpfen uns mehr als 1000 H\u00f6henmeter hoch und wieder runter. Die Strasse ist so steil, dass wir unsere beladenen Fahrr\u00e4der hinauf und fast noch hinunter schieben m\u00fcssen. Sp\u00e4ter am Abend ernten wir Staunen und Mitleid der Einheimischen dass wir diesen Weg auf uns genommen haben.<\/p>\n<p><strong>Schottland wir kommen!<\/strong><\/p>\n<p>Endlich kommen wir an die zweite Etappe, Schottland. Mit der F\u00e4hre setzen wir von Larne hin\u00fcber nach Troon in Schottland. Von Troon fahren wir noch einige Kilometer weiter bis wir einen geeigneten Platz am Meer zum zelten finden. Beim Lagerfeuer und einem Schluck Single Malt geniessen wir den wundersch\u00f6nen Sonnenuntergang.<\/p>\n<p>Mit der F\u00e4hre geht es weiter auf die Arran Insel. Da wir auf dieser Etappe ziemlich oft die F\u00e4hre benutzen, beschliessen wir, einen 15 Tagespass zu erwerben, der es uns erm\u00f6glicht, nach Lust und Laune die F\u00e4hre zu besteigen. In Brodick fahren wir an einen Touristentreff mit ortsans\u00e4ssigen Spezialit\u00e4ten. Nat\u00fcrlich haben wir wie immer Hunger und f\u00fcllen bei der Degustation unsere M\u00e4gen. Einen weiteren Besuch gilt dem \u201eBrodick Castle\u201c. Der Eintritt verschl\u00e4gt uns fast den Atem. Wir fahren durch die Ausfahrt um das Schloss herum, nichts ahnend, dass man hier auch gratis ins Schloss kommt\u2026 Ok, muss wohl so sein! Der Besuch lohnt sich jedenfalls, uns erwartet ein wundersch\u00f6ner Schlossgarten. Mit der F\u00e4hre geht es auf die Kintyre Halbinsel, wir \u00fcberqueren diese und setzen \u00fcber nach Islay, einem lang ersehnten Etappenziel.<\/p>\n<p><strong>Islay<\/strong><\/p>\n<p>Bei gutem Wind (das erste Mal auf dieser Reise geniessen wir R\u00fcckenwind) fahren wir noch am selben Tag an die Westk\u00fcste. Die suche nach einem Zeltplatz gestaltet sich nicht wirklich einfach. Im Pub wo wir ein Dark Island Bier mit 12 % Alkohol trinken, erlaubt man uns, gleich hinter dem Pub das Zelt zu stellen.<\/p>\n<p>Die Kilchoman Distillery ist unser n\u00e4chstes Ziel. Diese Distillery gilt als die J\u00fcngste der Welt<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kilchoman.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kilchoman.png\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"187\"><\/a>. 2005 wurde auf der Farm Distillery das erste Fass abgef\u00fcllt. Im Save, wo die F\u00e4sser gelagert werden, kann man noch die Erstabf\u00fcllung besichtigen, was sehr selten ist. Nat\u00fcrlich darf nach der Besichtigung auch das Degustieren nicht fehlen. Nach unserem Gaumen ist das Gebr\u00e4u viel versprechend, auch wenn er erst 3 Jahre alt ist!<\/p>\n<p>Nun frischt der Gegenwind sehr stark auf. Nur mit sehr viel M\u00fche radeln wir S\u00fcdw\u00e4rts nach Bowmore, wo die gleichnamige Distillery ans\u00e4ssig ist. Leider sind nicht mehr viele Brennereien in Schottischer Hand (wie z. B. die Bowmore Distillery), was aus meiner Sicht nicht wirklich gut ist. Diese Distillerien wirken klinisch rein und verlieren daduch den urspr\u00fcnglichen Charme.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 10 km verlangen alles von uns ab. Gegenwind und eine schnurgerade, endlos scheinende Strasse. Mit was haben wir das Verdient?<\/p>\n<p>In Port Ellen stellen wir am Dorfrand die Zelte auf und machen es uns gem\u00fctlich.<\/p>\n<p>Schon von weitem sehen wir sie kommen, drei M\u00e4dchen im Teenager alter, die beabsichtigen, uns zu belagern. Nur mit m\u00fche k\u00f6nnen wir sie von unserem Hab und Gut abhalten. Mit was haben wir wohl soviel Pubert\u00e4t auf einem Haufen verdient? Also bleibt uns nur die Flucht ins Pub! Hier gesellen sich zwei Holl\u00e4nder an unseren Tisch. Hans Offringa und sein Begleiter von \u201eWhisky Couple\u201c schreiben Whiskyb\u00fccher in Holland. Sie haben auch f\u00fcr Michael Jakson, dem Whisky Guru schlechthin, die B\u00fccher \u00fcbersetzt. Wir geniessen diese Begegnung sehr.<\/p>\n<p><strong>Kreuz und Quer und wieder zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck auf dem Festland zieht es uns weiter Richtung Norden, nach Oban, wo sich eine weitere Distillery befindet. Wir beschliessen eine Nacht auf der \u201eIsle of Mull zu verbringen. Das \u201eDuart Castle\u201c stellt der ideale Zeltplatz dar<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Castle.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Castle.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>. Da die Touristen l\u00e4ngst in Ihrem Hotel verweilen, entschliessen wir uns unterhalb dem Schloss zu zelten. Schliesslich sieht das Schloss unbewohnt aus und am Morgen sind wir rechtzeitig vor dem Touristenansturm wieder weg. Neugierig begutachten uns Rehe aus n\u00e4chster n\u00e4he und wundern sich ab den beiden komischen Reisenden. Friedlich schlafen wir beim Meerrauschen ein.<\/p>\n<p>Am Morgen steht ein Mann mit Schottischer Tracht und einem Jagthund vor uns, der sich als Schlossherr vorstellt; also doch Bewohnt! Er erkl\u00e4rt uns, dass wir Ihn h\u00e4tten fragen sollen, er h\u00e4tte es uns schon bewilligt. Sorry, machen wir nicht wieder.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck auf dem Festland richtet sich unsere fahrt weiter Richtung Norden. Wir fahren vorbei an Kan\u00e4len welche die Verbindung zwischen Ost- und S\u00fcdschottland erm\u00f6glichen, damit die kleineren Schiffe nicht \u00fcber die Nordspitze von Schottland fahren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Weiter geht&#8217;s an traumhaften Buchten der Westk\u00fcste entlang.<\/p>\n<p>Die Nacht verbringen wir an einer einsamen Bucht und stellen die Zelte am Meer auf.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend dem Nachtessen f\u00e4ngt das Meer an zu steigen. Erst jetzt fragen wir uns, ob wir nicht ein wenig zu \u00fcberm\u00fctig mit dem Zelt stellen waren. Ich setzte eine \u201ePanikmuschel\u201c, wenn das Meer diese erreicht, heisst es Zelt abbrechen und weiter oben neu aufstellen. Das Meer macht kurz vor der Muschel halt\u2026 Gl\u00fcck gehabt!<\/p>\n<p>Weil es hier kaum Holz gibt entfachen wir ein Feuer mit Seetang und Benzin, nicht gerade Outdoor \u00fcblich aber effizient. Ein willkommender Nebeneffekt ist, dass der Rauch die immer zahlreicher werdenden M\u00fccken vertreibt, oder das zumindest sollte.<\/p>\n<p><strong>\u00c4ussere Hebriden<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Oban wartet auf uns eine l\u00e4ngere \u00dcberfahrt auf die \u00c4usseren Hebriden. Mit uns stehen noch ca. 50 weitere Fahrradfahrer auf dem Terminal. Wir scheinen nicht die einzigen mit dieser Absicht zu sein. Uns beunruhigt diese Tatsache da wir doch fernab von all diesen Touristen diese Inseln geniessen m\u00f6chten.<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hebriden.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hebriden.png\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"188\"><\/a><\/p>\n<p>Eine M\u00f6we begleitet uns im Segelflug den weiten Weg nach Arra, der untersten der Hebriden Inseln.<\/p>\n<p>Schon von weitem sehen wir in der goldenen Abendsonne das Kisimul Castle in der Castlebay, welches ins Meer gebaut wurde. Der Wind weht uns sehr stark entgegen und sollte fortan unser \u00e4rgster Freund und Feind sein.<\/p>\n<p>Vorbei geht&#8217;s an traumhaften Buchten und jadegr\u00fcnem Meer immer weiter nach Norden. Abgesehen vom Nordwind k\u00f6nnte man fast meinen, in der S\u00fcdsee zu sein. So wild und rau die Landschaft ist, so faszinierend und sch\u00f6n ist das Reisen auf diesen Inseln.<\/p>\n<p>Unterwegs fragen wir einen Einheimischen, ob der Wind hier immer so stark weht. Seine Antwort war nur: nein normalerweise Regnet es.<\/p>\n<p>Also bevorzugen wir den Wind!<\/p>\n<p>In einem kleinen Laden kaufen wir 2 Bier zum Nachtessen. Leider verpassten wir die Gelegenheit, das Verfalldatum zu beachten. Der abgestandene Geschmack weist uns auf das Datum hin. Es ist seit 4 Jahren abgelaufen! Was solls, wir trinken es trotzdem. Unterwegs versuchen wir telefonisch ein Ticket f\u00fcr die \u00dcberfahrt nach Island zu buchen. Dies gestaltet sich sehr schwierig, da wir keine feste Adresse besitzen. Nach einigem hin und her, l\u00f6sen wir das Problem, indem wir das Ticket hinterlegen lassen und die Rechnung von meiner Frau aus der Schweiz bezahlt wird.<\/p>\n<p>Auf der \u201eIsle of Lewis angekommen, erwartet uns das erste mal seit dieser Reise richtig Regen. Es ist kalt und wir fahren durchn\u00e4sst Richtung Norden. Zuflucht bietet uns ein weiteres mal ein Pub wo wir uns mit einem \u201eBlack Sheep\u201c (Ale mit 12%) belohnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Steinkreis.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Steinkreis.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Der n\u00e4chste Morgen begegnet uns einiges freundlicher, da das Wetter zunehmend sonniger wird. \u201eCalanais\u201c wir kommen. \u201eCalanais Standing Stones\u201c ist ein Steinkreis, \u00e4hnlich wie \u201eStonehange\u201c, mit bis zu 2m hohen Granitsteinen. Wir warten die Abendsonne ab, damit die Steine im warmen Licht stehen, und ziehen los zu diesem alten Grab. Die Touristen haben das Weite gesucht und \u00fcbrig sind nur noch eine Handvoll eingefleischte Fotografen. Das Bild, das sich uns zeigt, \u00fcberw\u00e4ltigt uns. Im Nachhinein ist es eines der eindr\u00fccklichsten Erlebnisse in Schottland.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag verlassen wir die \u00c4usseren Hebriden und kehren zur\u00fcck aufs \u201eFestland\u201c in die schottischen Highlands.<\/p>\n<p><strong>Die Schottischen Highlands<\/strong><\/p>\n<p>Ab Ullapool wird unsere Fahrt gebirgiger und einsamer. Wir radeln entlang sehr einsamen Lochs und wilden Landschaften. Wir kommen uns vor wie einsame Ritter im alten Schottland.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Zelt-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Zelt-2.png\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"214\"><\/a>Aus n\u00e4chster n\u00e4he begegnen wir einer Herde Rehe, die sich von uns in aller Ruhe filmen lassen. Bei einer solchen Begegnung entschliesst das Display der Filmkamera von Michel sich zu verabschieden. Nun ist er nicht mehr so flexibel mit Filmen, aber es geht noch.<\/p>\n<p>An den Abenden besch\u00e4ftigen wir uns oft mit eigensinnigen Aktivit\u00e4ten, so auch eines Abends im Niemandsland. Wir haben genug von den l\u00e4stigen Zecken, die uns noch immer t\u00e4glich plagen. So entschliessen wir uns, in dem kleinen Bach der an unseren Zelten vorbeif\u00fchrt, eine Insel mit Steinen zu bauen. Wir ernennen sie zu unserer autonomen zecken- und m\u00fcckenfreien Insel.<\/p>\n<p>Auf der Weiterfahrt durch die traumhafte Landschaft kommen wir am Ardvreck Castle vorbei, welches durch den Film \u201eDer Highlander\u201c mit Sean Connery und Christopher Lambert ber\u00fchmt wurde.<\/p>\n<p>Die mystische Stimmung l\u00e4dt immer wieder zum Verweilen ein; es ist so traumhaft sch\u00f6n hier.<\/p>\n<p>Die Tagesetappen werden immer kleiner. Michel merkt die M\u00fcdigkeit des ewigen Windes in den Beinen. Oft kann er kaum schlafen vor Schmerzen. So beschliessen wir eines Tags an einem Bach unterhalb der Strasse zu n\u00e4chtigen. Da wir glauben, alleine zu sein, ist bei der Gelegenheit auch gleich ein Nacktbad im kalten Bach angesagt. Ein Touristen Paar welches wenige Minuten sp\u00e4ter die Aussicht geniessen will, erschrickt bei unserem Anblick. Schon w\u00e4hrend dem Baden sehen wir am Boden etwas glitzern, Gold?<\/p>\n<p>Wir suchen ca. 2 Stunden den Grund nach \u201eGold\u201c ab und sammeln es ein. Doch wahrscheinlich ist Schiefer&#8230; Egal f\u00fcr uns ist es Gold!<\/p>\n<p><strong>Wale, Krebse, und Delphine<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Liste der Sehensw\u00fcrdigkeiten von Michel sind unter anderem Wale, Krebse und Delphine aufgelistet. Am Strathy Point, so versichert man uns, soll unser Traum in Erf\u00fcllung gehen! Wir Fragen den Bauer, dem das Land geh\u00f6rt, ob es uns gestattet ist, beim Leuchtturm unsere Zelte zu stellen. Nun f\u00e4ngt das grosse Warten an. Wir sehen nat\u00fcrlich nichts! Der einzige, der uns Besucht, ist ein junger Seel\u00f6we.<\/p>\n<p>Wir liegen sehr gut in der Zeit und beschliessen, noch einen Abstecher zu den Orkney Inseln, genauer auf die gr\u00f6sste Namens \u201eMainland\u201c zu machen. Die See ist st\u00fcrmisch, doch die erhofften Brecher bleiben aus, schade. Auch hier gibt es Steinkreise, jedoch nicht so imposant wie die auf den Hebriden.<\/p>\n<p>Eine ausgewanderte Schweizerin weist uns auf eine alte M\u00fchle hin, die man besichtigen&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Muehle.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Muehle.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>kann. Der Betreiber interessiert sich nur von wo wir kommen und was wir Arbeiten. Er fragt uns, ob wir mit unserer Arbeit zufrieden sind. W\u00e4hrend ich bejahe, muss Michel zugeben, dass er unterfordert ist. Er erz\u00e4hlt uns, dass er einen guten Job hatte, aber zunehmend unzufrieden wurde. Alkohol sollte seine Probleme l\u00f6sen\u2026<\/p>\n<p>Eines Tages erhielt er die M\u00f6glichkeit, diese M\u00fchle zu \u00fcbernehmen und tat es. Seit dem gehe er jeden Tag zufrieden zur Arbeit. Sein Rat an Michel: &#8222;Was auch immer du gerne machen m\u00f6chtest, tue es!&#8220;<\/p>\n<p>Dieser Rat sollte Michel noch lange besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Das Wetter hat sich wieder verschlechtert. Wind und Regen fegen \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg und machen das Aufstellen der Zelte schwierig.<\/p>\n<p>Einige Meter weiter gibt es bei Ebbe einen Pfad auf eine kleine Insel welcher bei Flut unter Wasser steht. Also warten wir die Ebbe ab. Wir Umrunden die Insel, m\u00fcssen jedoch aufpassen, dass uns der Wind nicht die Klippen runter fegt. Wir erhoffen hier einen Puffin (Papageien Vogel) zu sehen. Im letzten Moment siehe ich einen Puffin im Felsen. Leider bleibt uns nicht sehr viel Zeit, da wir noch vor der Flut wieder auf dem Festland sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch der n\u00e4chste Tag verspricht nicht das beste Wetter, daf\u00fcr aber sehr seltenen R\u00fcckenwind. So sind wir sehr schnell in Kirkwall, wo die Ardbeg Distilery ans\u00e4ssig ist. Noch ein wenig s\u00fcdlicher suchen wir ein Pl\u00e4tzchen zum zelten. Dies ist aber nicht so einfach, da \u00fcberall nur Weideland ist. Den einzigen Platz den wir finden, ist bei einem Rastplatz, welcher bereits von mit zwei Campern belegt ist. Am Meer kochen wir zwischen Betonplatten unser Nachtessen und frieren erb\u00e4rmlich. Aus Witz sagen wir zueinander, dass die Frauen im Camper uns doch zum Caf\u00e9 einladen k\u00f6nnten\u2026 Wir sind schon fast im Zelt, als die Einladung kommt. Guinness, Longdrinks, Gegrilltes, eine Bettflasche unter Michels Jacke, so verbringen wir die halbe Nacht mit den Frauen. An jedem freien Wochenende fahren sie mit Hund, Katze und dem Camper durch Schottland. Esther Armstrong ist K\u00fcnstlerin und malt Bilder von Schottland. Wir bewundern Ihre Bilder, lachen und diskutieren. Vor dem zu bette gehen m\u00fcssen wir versprechen, dass wir nicht losfahren ohne zuerst mit ihnen selbst gemachte schottische Pancackes zu Essen. Gerne gehen wir dieser Einladung nach\u2026.<\/p>\n<p><strong>Die letzten Tage in Schottland<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Castle-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Castle-2.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Mit der F\u00e4hre landen wir in John o`Groats, wo die spitzigen Felsformationen aus dem Meer ragen. Unterwegs besuchen wir noch das \u201eMay\u201c Castle, das Feriendomizil der Englischen Queen. Die n\u00e4chste Nacht verbringen wir bei Ruinen einer alten Fabrik. In einer der Lagerhallen sehen wir im Schutze der Witterung ein Chemine, welches wir f\u00fcr die Nacht aussondieren. Was wir erst sp\u00e4ter merken ist, dass wir hinter den Kulissen eines Touristenausflugsziels n\u00e4chtigen. Flagstone, so der Name dieses Ortes, war fr\u00fcher bekannt f\u00fcr Steinplatten, die in alle Welt verschifft wurden. Wir machen es uns trotzdem vor dem Chemine gem\u00fctlich.<\/p>\n<p><strong>Planung f\u00fcr Island<\/strong><\/p>\n<p>In Thurso angekommen, f\u00e4ngt f\u00fcr uns die Planung f\u00fcr Island an. Thomas geht zum Coiffure, die Fahrr\u00e4der m\u00fcssen durchgeschaut werden und zu guter Letzt steht der Einkauf an.<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Packen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Packen.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>&nbsp;In einem Einkaufcenter decken wir uns mit Material f\u00fcr 22 Tage im Hochland ein. Unser Ziel, das viele Essen (17 Kg) ins Land zu schmuggeln. Reis, Saucen, Teigwaren, Hafer f\u00fcr Borridge, Kartoffelstock und zu guter Letzt Schokolade. Gerade das letzte ist besonders f\u00fcr Michel sehr wichtig geworden, er verzehrte t\u00e4glich rund ein halbes Kg davon.<\/p>\n<p>Nach fast jeder T\u00e4tigkeit verdr\u00fccken wir einen Apple Pie\u2026<\/p>\n<p>Wir w\u00e4gen das ganze Essen und verpacken es in Zip Gefrierbeutel zu Tagesrationen.<\/p>\n<p>Ja selbst eine Flasche Single Malt findet den Weg in unser Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>Am Abend lernen wir Sean o Brian &amp; Toni Glaholm kennen. Sie sind Irl\u00e4nder und beabsichtigen wie wir nach Island zu fahren, dies aber mit den Motorr\u00e4dern. Sie k\u00f6nnen unsere Tour kaum glauben. \u201eOhh my God\u201c ist das einzige, was sie immer wieder raus bringen. Kein Wunder dass wir uns mit Ihnen anfreunden.<\/p>\n<p><strong>Schottland &#8211; Island<\/strong><\/p>\n<p>Diese paar Tage Pause tun besonders Michel sehr gut, er sp\u00fcrt die M\u00fcdigkeit enorm!<\/p>\n<p>Doch nun sind wir wieder voll Tatendrang f\u00fcrs neue: Island wir kommen!10 Jahre war dieses Land ein wager Traum von Michel, und nun soll es endlich soweit sein. Thomas war im Jahre 1994 das letzte Mal mit dem Fahrrad auf dieser faszinierenden Insel.<\/p>\n<p>Schon vor ein paar Wochen hat man uns mitgeteilt, dass es in Island ein Erdbeben gegeben hat. Einige H\u00e4user sind besch\u00e4digt und Br\u00fccken st\u00fcrzten ein. Wir fragen uns, ob dies einen Einfluss auf unsere Reise hat. In Island gibt es h\u00e4ufig Erdbeben und Vulkanausbr\u00fcche.<\/p>\n<p>Es ist 3:00 Uhr Morgens und wir haben unsere Wecker vergebens gestellt! Einige Camper sind sehr fr\u00fch auf und machen einen enormen L\u00e4rm. Sie haben wohl Angst, dass Ihr Ticket f\u00fcr die F\u00e4hre nach Island verf\u00e4llt. Wir nehmen uns ein wenig mehr Zeit. Schon von weitem sehen wir im Morgenrot die F\u00e4hre einlaufen. Da es die erste F\u00e4hre in diesem Jahr nach Island ist, stehen bereits viele Reisende parat. Alles was abenteuerlustig ist, hat den Weg nach Scrabster gefunden. Camper, Jeep, Motorr\u00e4der, ja sogar einen Hummer steht am Hafen parat. Was sind da schon unsere Fahrr\u00e4der dagegen?<\/p>\n<p>Zu unserer grossen Verwunderung sehen wir einige Filmteams am Pier stehen. Um uns kann es sich kaum handeln. Des R\u00e4tsels L\u00f6sung kommt in Form einer Frau mit grossem Anh\u00e4nger im Schlepptau wie ins Ziel gerannt. Sp\u00e4ter erkl\u00e4rt man uns, dass diese Frau schon eine Ber\u00fchmtheit in England ist, die soeben von Ihrer Weltreise zur\u00fcck kommt. Sie l\u00e4uft mit dem Anh\u00e4nger durch die ganze Welt.<\/p>\n<p>Auf der F\u00e4hre geht es erst einmal auf Erkundungstour. Kino, Duty &#8211; Free Shop, Bar, Spielk\u00e4sten, ja sogar ein Hallenbad. Die Preise hingegen lassen einem lieber auf Deck verweilen. Sp\u00e4ter entschliessen wir uns im Duty &#8211; Free Shop ein Sixpack Bier zu kaufen, da dies die g\u00fcnstigere Variante ist als an der Bar zu trinken. Wir Geniessen die Fahrt in vollen Z\u00fcgen, einfach zur\u00fcck lehnen und geniessen\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Faeroeer.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Faeroeer.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Nach einigen Stunden laufen wir im Heimathafen der Smyril Line, in T\u00f3rshavn auf den F\u00e4r\u00f6er Inseln ein. Leider haben wir nicht die M\u00f6glichkeit, sie zu Erkunden. Von der F\u00e4hre aus sehen die H\u00e4user mit Ihren Gras bewachsenen D\u00e4chern sehr Abenteuerlich aus.<\/p>\n<p>Doch noch etwas anderes macht uns langsam Angst und Bange. Wir fragen uns, ob all die wartenden Touristen Platz auf der F\u00e4hre finden&#8230;<\/p>\n<p>Auf der Weiterfahrt geht es im Schutze der Inseln Richtung Norden. Die See ist rauer geworden, weshalb die F\u00e4hre nicht direkt aufs offene Meer hinaus f\u00e4hrt. Uns soll\u00b4s recht sein! And\u00e4chtig stehen wir auf dem hinteren Deck und sehen wie ein grosser Wasserfall direkt neben uns ins Meer f\u00e4llt. Da sagt Thomas nur: \u201e Jetzt bekomme ich so richtig die Abenteuerlust\u201c.<\/p>\n<p>Den Rest des Abends verbringen wir in der Bar, wo diverse Shows geboten werden, wie z.B. ein Zauberer oder eine Musikband namens \u201eChokolate trio\u201c. Michel f\u00e4ngt an, mit seiner Blues \u2013 Harp mit zuspielen. Einen Augenblick sp\u00e4ter steht er auf der B\u00fchne und bluest mit der Band seine Seele aus sich heraus. Der Lohn: ein Bier! Bei diesen Preisen auf dem Schiff ein ganz guter Lohn!<\/p>\n<p>Um Mitternacht zieht es uns unter Deck in unsere 10er Koje \u201egute Nacht\u201c.<\/p>\n<p>Es ist Morgen und so langsam kommt Unruhe im Schiff auf. Jeder will noch kurz etwas in den Magen bekommen bevor wir in Island einlaufen.<\/p>\n<p>Auf Deck treffen sich alle Abenteuer geplagten Menschen sowie auch solche, die es gerne w\u00e4ren, und schauen dem Regen zu.<\/p>\n<p>Die Einfahrt durch den Seydisfj\u00f6rdur bis zum gleichnamigen St\u00e4dtchen ist total verhangen.<\/p>\n<p>Ein etwas \u00e4lterer Mann sagt zu seiner Frau: &#8222;das ist eine Schweinerei, im Reiseprospekt steht nichts von schlechtem Wetter und auch auf den Bildern ist immer blauer Himmel! Er m\u00fcsse unbedingt mit der Reiseleiterin sprechen, so gehe das nicht. Was machen eigentlich die<\/p>\n<p>armen Camper in dieser K\u00e4lte im Wohnmobil?\u201c Seine Frau versucht ihn zu beruhigen, und antwortet: \u201e Die haben nat\u00fcrlich eine Heizung im Camper.\u201c Wir fragen uns nun, was machen eigentlich die armen Fahrradfahrer im Zelt? Das ist Typisch, mit uns hat mal wieder niemand Mitleid.<\/p>\n<p><strong>S\u00fcdk\u00fcste<\/strong><\/p>\n<p>So langsam machen wir uns Gedanken \u00fcber unsere 17 Kg Essen in den Taschen, die wir illegal einf\u00fchren wollen. Auf der F\u00e4hre hat uns so mancher erz\u00e4hlt, dass wir das ganze bei den Z\u00f6llnern sehr schnell los sind.<\/p>\n<p>Uns kommt das schlechte Wetter entgegen. Es regnet so heftig, dass sich niemand f\u00fcr uns Fahrradfahrer interessiert.<\/p>\n<p>Nun kommt der Abschied von unseren beiden Irl\u00e4ndern. Ob wir uns jemals wieder sehen?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die meisten gleich weiterfahren, suchen wir erst einmal den Zeltplatz auf, der nebenbei erw\u00e4hnt ziemlich unter Wasser steht.<\/p>\n<p>Auf einer kleinen Tafel am Fenster der Rezeption h\u00e4ngt ein Foto eines \u00e4lteren Schweizers, der seit einigen Jahren seine Ferien mit dem Moped und Anh\u00e4nger in Island verbringt. Jedes Jahr tr\u00e4gt er das Datum auf der Tafel ein. F\u00fcr solche Individualisten hatten wir schon immer viel \u00fcbrig und betrachten das Foto fasziniert.<\/p>\n<p>Der Regen hat unterdessen nachgelassen und wir k\u00f6nnen sogar das Nachtessen im freien geniessen, bevor es auf Erkundungstour geht. In einem kleinen gem\u00fctlichen Caf\u00e9 bestellen wir unser erstes Bier aus der Dose, mit ca. 2 \u00bd % Alkohol. Der Preis l\u00e4sst uns in die Realit\u00e4t zur\u00fcck kommen, umgerechnet rund 25 SFr. f\u00fcr 2 Bier.<\/p>\n<p>Eine weitere erschreckende Entdeckung machen wir im Einkaufszentrum. An einer Pinnwand h\u00e4ngt ein SVP Plakat mit den schwarzen Schafen, aber auf Isl\u00e4ndisch geschrieben. Hat man nicht einmal hier ruhe davon?<\/p>\n<p>Die einzige Weg aus Seydisfj\u00f6rdur heraus f\u00fchrt \u00fcber einen Pass nach Egilsstadir. So fahren wir am n\u00e4chsten Morgen gem\u00fctlich los. Kurz vor dem h\u00f6chsten Punkt f\u00e4ngt es zuerst an zu regnen, kurz darauf schneit es. Island empf\u00e4ngt uns mit dem bekannten rauen Klima.<\/p>\n<p>Von Egilsstadir aus nehmen wir den Bus bis H\u00f6fn um Zeit zu sparen f\u00fcr die Sprengisandur Hochlandroute, die wir als Highlight unserer Tour ausgew\u00e4hlt haben.<\/p>\n<p>In H\u00f6fn erkl\u00e4rt uns die Frau im Tourismus B\u00fcro, dass dieses Hochland wegen dem strengen Winter noch geschlossen ist. Sie lacht erst recht, als sie erf\u00e4hrt, dass wir dies auch noch mit dem Fahrrad bereisen m\u00f6chten und nicht wie alle \u201eNormalen\u201c Touristen mit Gel\u00e4ndefahrzeug.<\/p>\n<p>Aus weiter Ferne sehen wir die ersten Ausl\u00e4ufer des Vatnaj\u00f6kull, dem gr\u00f6ssten Gletscher in Europa. Mit einer bis 1000 m dicken Eisschicht und einer Fl\u00e4che von 8300 km2 ist er doppelt so gross wie alle Gletscher in Europa zusammen.<\/p>\n<p>Der Gegenwind ist wie immer unser stetiger Begleiter und sollte sich auch nicht gross \u00e4ndern&#8230;<\/p>\n<p>Auch das Wetter ist sehr unsicher und kalt. Unser Ziel ist der Gletschersee J\u00f6kulsarlon mit dem Abbruch des Vatnaj\u00f6kull. Unterwegs erleben wir eine Attacke von M\u00f6wen. Diese V\u00f6gel nisten ausgerechnet in der N\u00e4he der Strasse und f\u00fchlen sich von uns gest\u00f6rt. Sie fliegen von hinten \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg und versuchen uns mit ihren Krallen am Kopf zu packen. Schnell ziehen wir uns etwas \u00fcber den Kopf um uns zu sch\u00fctzen. Da diese Technik nicht mehr funktioniert, setzen sie sich vor unsere R\u00e4der. Wir unsererseits machen nun mit dem Fahrrad Jagt auf die sitzenden Tiere\u2026 Wir siegen Yeah.<\/p>\n<p>Kurz vor dem See kommen wir in eine Gewitterfront. Wir hoffen, dass es am See vor lauter Regen und schlechtem Wetter auch noch was zu sehen gibt.<\/p>\n<p>Die Touristen lassen es erahnen, wir sind da!<\/p>\n<p><strong>J\u00f6kulsarlon Gletschersee&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Aus n\u00e4chster N\u00e4he k\u00f6nnen wir die Eisbl\u00f6cke in allen Farben bewundern.<\/p>\n<p>Michels Traum ist es, den Gletscherabbruch, welcher noch einige Kilometer weiter hinten liegt, zu&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Gletschersee-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Gletschersee-1.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>besichtigen und Ihn beim \u201ekalbern\u201c zu erleben. Also schieben wir unsere R\u00e4der \u00fcber Ger\u00f6ll und Steine m\u00fchsam vorw\u00e4rts. Unterwegs finden wir eine geeignete Stelle am See, die flach genug f\u00fcr unsere Zelte ist. Nach dem Nachtessen machen wir uns mit unserer Foto- und Filmausr\u00fcstung weiter Richtung Abbruch. Wir haben die Distanz untersch\u00e4tzt, es ist noch sehr weit. Die Sonne dr\u00fcckt noch einmal durch die Wolken und f\u00e4rbt die schwimmenden Eisbl\u00f6cke goldig ein. Was f\u00fcr ein Bild! Uns zieht es nicht mehr weiter zum Gletscherabbruch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Gletschersee-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Gletschersee-2.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Blauer, wolkenloser Himmel und die Eisbl\u00f6cke spiegeln sich perfekt im glasklaren Wasser. So pr\u00e4sentiert sich der heutige Morgen. Uns verschl\u00e4gt es den Atem, so etwas haben wir nach dem gestrigen Tag nicht erwartet. Wir st\u00fcrzen uns, mit dem Finger am Ausl\u00f6ser des Fotoapparats aus dem Zelt. Eine Stunde sp\u00e4ter ist der ganze Zauber vorbei und es zieht eine leichte Brise auf. An diesem Tag haben wir etwas gelernt, das uns die ganze Weiterreise noch wichtig werden wird. Zeit! Nur wer sich die Zeit nimmt, bekommt Chancen um gute Bilder zu machen, notfalls muss man an Ort und Stelle \u00fcbernachten und den richtigen Zeitpunkt abwarten. Da die meisten Touristen ein sehr knappes Reiseprogramm zur Verf\u00fcgung haben, bleibt Ihnen h\u00f6chstens eine halbe Stunde, und dies meist bei schlechten Wetter- und Lichtverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>Die Weiterfahrt f\u00fchrt uns weiter der Bergkette entlang Richtung Westen. Schon bald er\u00f6ffnet sich die Skei\u00f0arsandur Ebene, ein flaches Gebiet, in dem unz\u00e4hlige B\u00e4che und Fl\u00fcsse die ins Meer m\u00fcnden.&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Svartifoss.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Svartifoss.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Unser n\u00e4chstes Ziel ist der Svartifoss (-foss heisst auf isl\u00e4ndisch Wasserfall) und der eher unbekanntere Hundarfoss. Die Preise auf diesem Zeltplatz extrem teuer und die Dusche kostet extra. Nach dem Zelt stellen Wandern wir los, den H\u00fcgel hinauf zum Hundarfoss und dann weiter zum Svartifoss. Der letztere Wasserfall ist eingebettet in ein Meer von gr\u00fcnen Str\u00e4uchern. Der Wasserfall selbst in einer Art Kessel und f\u00e4llt \u00fcber orgelartige Basalts\u00e4ulen. Da es hier in den Sommermonaten kaum dunkel wird, hat man sozusagen die ganze Nacht Zeit zum fotografieren, was wir auch nutzen. Um Langzeitbelichtungen zu machen, m\u00fcssen wir bis Mitternacht beim Wasserfall ausharren.<\/p>\n<p>Mit strahlend blauem Himmel f\u00e4ngt der n\u00e4chste Morgen an. Die Landschaft zeigt sich in Ihrer ganzen Pracht. Leider weht schon bald unser lieber Wind frontal gegen uns. Die Strasse ist flach und gerade, nur alle ca. 20 km macht sie eine leichte Kurve. Wir k\u00e4mpfen gegen den Wind. Wie schnell sich das Wetter \u00e4ndern kann, sehen wir auch heute wieder. Ohne es zu merken baut sich eine Gewitterfront auf. Erst als der erste Blitz den Himmel erhellt, versp\u00fcren wir das Bed\u00fcrfnis h\u00e4rter in die Pedale zu steigen.<\/p>\n<p>Nach einigen Kilometern liegt das Gewitter hinter uns und wir sehen zu unserer Freude einen Zeltplatz mit Hot Pool. Eigentlich haben wir noch nicht viele Kilometer in den Beinen, doch dieses Angebot lockt uns zu einem Bad.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag geht die fahrt weiter durch die M\u00fdrdalssandur, eine Lavaw\u00fcste mit sehr abwechslungsreichen Landschaften. Am Mittag sehen wir eine Art Schutzwall bei dem wir ein Boridge zubereiten. Nach einigen Minuten kommen zwei Touren Radler zu uns und berichten von einer W\u00fcstenstrecke, die auch wir als Abk\u00fcrzung geplant hatten. Sie raten uns dringend von unserem Vorhaben ab. Es sei sehr schwieriges Gel\u00e4nde und man m\u00fcsse das Rad sehr oft schieben. So entschliessen wir die etwas l\u00e4ngere aber hoffentlich angenehmere Route zu nehmen.<\/p>\n<p>Die weiterfahrt machen wir zu viert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Vik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Vik.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Kurz vor Vik beschliessen wir die Zelte bei einem Wasserfall, welcher durch die Felsen ins Tal f\u00e4llt, aufzustellen. Unsere Begleiter zieht es f\u00fcr einmal in ein Hotel. Nach dem Nachtessen beschliessen wir zu dem Wasserfall hinauf zu klettern.<\/p>\n<p>Dieses Vorhaben stellt sich als regelrechtes Abenteuer heraus. Felsbl\u00f6cke verwehren uns den Zugang zu diesem Paradies. Wir m\u00fcssen uns den Weg regelrecht suchen.<\/p>\n<p>Doch der Wasserfall entl\u00f6hnt all unsere M\u00fchen. Sicher zwei Stunden verweilen wir in diesem Paradies. Zur\u00fcck versuchen wir es \u00fcber eine andere Route, welche \u00fcber eine Felswand hinunter f\u00fchrt. Doch auch diese Kletterpartie hat es in sich.<\/p>\n<p>Vik ist ein kleines St\u00e4dtchen, das in der Schweiz kaum richtig als Dorf anerkennt w\u00fcrde. Hier jedoch z\u00e4hlt es schon zu den gr\u00f6sseren H\u00e4useransammlungen. Auch hier raubt man uns die Hoffnung, die Sprengisandur Hochlandstrecke zu befahren. Die Route sei noch immer geschlossen und unpassierbar. In unserem Frust gehen wir auf Einkaufstour. Vik ist die Hochburg vonqualitativ hochstehenden Wollkleidern. Isl\u00e4ndische Wollkleider gelten als die besten weltweit und werden ungewaschen verkauft, damit das fett der Tiere in der Wolle bleibt. Somit ist ein Wollpullover beinahe wasserdicht.<\/p>\n<p>Da unsere Hochlandroute immer noch geschlossen ist, beschliessen wir zuerst die Kj\u00f6lur Hochlandroute zu durchqueren. Diese ist um einiges einfacher aber deshalb auch Touristischer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Skogafoss.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Skogafoss.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Unser n\u00e4chstes Ziel ist zuerst aber einmal der Sk\u00f3gafoss. Bei str\u00f6mendem Regen kommen wir bei diesem Touristen Magnet an. Zum Fotografieren ist das Wetter zu schlecht. Also stellen wir die Zelte auf und hieven einen Tisch in den Unterstand, damit wir, und sp\u00e4ter auch andere Camper, im Trockenen kochen und essen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter schaut die Sonne ein wenig durch die Wolken und wir ziehen los. 60m f\u00e4llt eine gewaltige Wassermasse ins Tal. Um so n\u00e4her wir dem Wasserfall kommen, umso gr\u00f6sser der Niederschlag, der durch den Aufprall des Wassers am Boden aufgewirbelt wird.<\/p>\n<p>Den Sk\u00f3gafoss kann man von verschiedenen stellen aus erleben und bietet so verschiedene Blickwinkel f\u00fcr gute Fotos.<\/p>\n<p>In den Felsw\u00e4nden nisten M\u00f6wen und segeln auf der Nahrungssuche dynamisch vor dem Wasserfall durch.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag besuchen wir den Seljalandsfoss, ein traumhaft sch\u00f6ner Wasserfall, um den man herumlaufen kann. Auch hier ist es sehr schwierig zu fotografieren, aber f\u00fcr einmal nicht wegen des Gel\u00e4ndes, sondern wegen der Touristen, die genau vor der Kamera Ihre Mittagspause verbringen m\u00f6chten. Das gute an Touristen ist, dass die Zeit absehbar ist, denn sie haben meist nur eine halbe Stunde Zeit, bis es weiter geht. Island in 3 Tagen, der goldene Zirkel, der Renner schlechthin f\u00fcr Touristen.<\/p>\n<p>Nach einigen Kilometern geht es Richtung Landesinnere zum Geysier. Zu unserer grossen Verwunderung ist die Strasse asphaltiert, denn laut Karte sollte es noch unbefestigte Strasse sein. Island hatte noch bis vor wenigen Jahren nur in der Hauptstadt Reykiavik befestigte Strassen, sp\u00e4ter kam die Ringstrasse hinzu. Langsam aber sicher sind die abenteuerlichen Tage auf den Strassen Islands vorbei, schade.<\/p>\n<p>Es wird zur Zeit sogar \u00fcber eine Autobahn diskutiert, die durch die Kj\u00f6lur Strecke f\u00fchren soll. Zum Gl\u00fcck gibt es noch genug Widerstand seitens Bev\u00f6lkerung, ja sogar von Touristen.<\/p>\n<p>Schon von weitem sehen wir in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden eine Dampfwolke aufsteigen, die den Geysier ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p><strong>Geysir<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Geysir-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Geysir-1.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Das einzige Highlight in Geysir ist der \u201eStrokkur\u201c Geysier. Bei der Ankunft wird Thomas ohne Wenn und Aber von einem Japaner belagert, der sich auf sein Fahrrad setzen will und sich mit seiner Kamera fotografieren l\u00e4sst. Kaum ist das Foto im Kasten, ist er auch schon wieder verschwunden.<\/p>\n<p>Der Ort selbst hat nichts f\u00fcr Individualreisende zu bieten, ein Hotelkomplex und ein \u00fcbergrosser Touristenshop. Oft geben die Touristen ein lustiges Stelldichein, so auch jener Tourist, der vertr\u00e4umt anstatt durch die Glast\u00fcre hinaus, in die \u201eFreiheit\u201c einen Meter daneben in die Glasfront l\u00e4uft. Noch w\u00e4hrend er sich fragt, was passiert ist, \u00f6ffnet sich die Schiebet\u00fcre und schleift seinen Kopf dem Glas entlang. Danke Dir, so haben wir noch lange etwas zum lachen.<\/p>\n<p>Im Zeltplatz inbegriffen ist auch der Hot Pool des Hotels. So beschliessen wir vor dem Hochland 2 Tage zu pausieren (und baden), um wieder zu Kr\u00e4ften zu kommen.<\/p>\n<p>Die Temperaturen sind am Tag gestiegen und unsere Zelte stehen im Schutze einiger seltener B\u00e4ume, die uns den Wind vom Leibe halten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Geysir-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Geysir-2.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a><\/p>\n<p>Ab 23:00 Uhr ist f\u00fcr uns die Zeit reif, dem ehrw\u00fcrdigen Geysir einen Besuch abzustatten.<\/p>\n<p>Ca. alle 15 bis 20 Minuten donnert es unter dem Boden. Kurz darauf bildet der Geysier f\u00fcr ein paar Sekunden eine grosse Blase, bevor er ausbricht, und mehrere Meter in die H\u00f6he schiesst. Bei Sonnenuntergang ergeben sich gewaltige Bilder, die jedem Fotografen den Puls h\u00f6her schlagen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eigentlich gab es bis vor wenigen Jahren noch einen zweiten Geysir, der als Mutter aller Geysire galt. Von ihm stammt der Name \u201eGeysir\u201c. Leider ist er aufgrund eines Erdbebens seit Jahren nicht mehr aktiv&#8230;<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass beim Ausbruch des Geysir die Windrichtung beachtet wird. Genau diese Regel hat Tags darauf ein Tourist verletzt. Eigentlich h\u00e4tte er ja nur sehen sollen, auf welcher Seite alle anderen Touristen stehen! Resultat: er und seine gesamte Fotoausr\u00fcstung erhalten eine heftige Dusche.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns kaum von diesem Naturschauspiel trennen, rund 18 Stunden, meistens in der Nacht, haben wir hier zum Filmen und Fotografieren verbracht. Fazit: 2 Stunden Film, und ca. 100 Fotos.<\/p>\n<p>Nach zwei Tagen zieht es uns Richtung Hochland, zum Gullfoss (Goldener Wasserfall).<\/p>\n<p>Schon unterwegs nimmt der Wind heftig an st\u00e4rke zu. Nur mit M\u00fche k\u00f6nnen wir uns bei den Seitenb\u00f6en auf unseren R\u00e4dern halten. Beim Gullfoss machen wir erst einmal Pause und trinken ein Caf\u00e9. Hier erfahren wir, dass wenn man ein Cafe bezahlt hat, der K\u00e4ufer noch dreimal gratis nachf\u00fcllen kann. Hoffentlich merkt niemand, das wir noch einige Male mehr nachgef\u00fcllt haben.<\/p>\n<p>Vor der Weiterfahrt besichtigen wir den Gullfoss, der \u00fcber zwei Etagen in eine Schlucht f\u00e4llt, und das auf einer enorme Breite. Zum Fotografieren ist es aber fast zu windig und wir machen nur einige wenige Bilder.<\/p>\n<p>In der Ferne sehen wir, dass im Hochland ein gewaltiger Sandsturm in Gange ist. Wir versuchen es trotzdem.<\/p>\n<p>Schon nach einigen Minuten sehen wir kaum noch 20 Meter weit, der Sand dringt in alle Kleider und der Kopf wird sandgestrahlt. Nach 2 Kilometer kommt uns in schneller Fahrt ein Tourenradler entgegen. Er berichtet von sehr schlechten Strassenverh\u00e4ltnissen und Schlagl\u00f6chern. Auch der Wind sei im Hochland noch um einiges heftiger. Er werde niemals wieder in das Hochland fahren, es sei die H\u00f6lle.<\/p>\n<p>Wir machen uns doch langsam Gedanken, ob wir umkehren oder weiterfahren sollen.<\/p>\n<p>Die Vernunft nimmt \u00dcberhand und wir kehren in rasantem Tempo zur\u00fcck zum Gullfoss.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Abend beschliesst ein Kanadisches Radlerpaar ins Hochland zu fahren. Wir raten Ihnen ebenfalls ab. Doch der Mann will noch heute fahren, w\u00e4hrend sich seine Begleiterin nur mit Widerwillen zur weiterfahrt bewegen l\u00e4sst. Aus unserer Sicht ist dies verantwortungslos, doch k\u00f6nnen wir sie nicht \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Wir werden es Morgen noch einmal versuchen. Die Nacht verbringen wir im Schutze eines H\u00fcgels beim Gullfoss.<\/p>\n<p><strong>Das Kj\u00f6lur Hochland<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-1.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Der Wind hat sich etwas gelegt und wir k\u00f6nnen das Hochland in Angriff nehmen. Zuerst kommen wir noch in den Genuss von asphaltierter Strasse, doch schon nach einigen Kilometern fahren wir auf unbefestigter Strasse weiter. Die Landschaft ist traumhaft sch\u00f6n und wir halten des \u00f6fteren an zum Fotografieren.<\/p>\n<p>Der erste Teil der Strecke steigt steil und rasant an. F\u00fcr Michel ist es sehr anstrengend auf dieser Strasse. Der Belag wechselt alle zwanzig Meter die Eigenschaft. Schwimmender Sand, Ger\u00f6ll, Schlagl\u00f6cher und dann auch wieder sehr gut zu befahrende Abschnitte. Thomas scheint nicht so viel M\u00fche zu haben, ja er Geniesst es sogar.<\/p>\n<p>Von weitem sehen wir noch immer einige Wirbel von Sandst\u00fcrmen und zu allem \u00dcberfluss f\u00e4ngt es auch noch an zu regnen. So kommt es, dass wir hinter einer Schutzh\u00fctte, die verteilt auf dem Hochland stehen um Reisenden Schutz bieten, unser Nachtessen zubereiten. Michel friert dermassen, dass er schon sehr bald in seinem Zelt liegt.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen verspricht einen wundervollen Tag zu werden. Blauer Himmel mit ein paar wenigen Wolken, die die W\u00fcste in ihrer vollen Pracht zur Geltung kommen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Fahrt hingegen ist weiterhin eine Tortur f\u00fcr Michel. Ihm schmerzen die Handgelenke und sein Kopf wird so richtig durchgesch\u00fcttelt. Trotzdem geniessen wir die fahrt.<\/p>\n<p>Wir stellen die Zelte an einem kleinen Bach auf um anderntags einen Abstecher nach Kerlingarfj\u00f6ll, einem eher unbekannten Thermalgebiet zu unternehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-2.png\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"215\"><\/a>Der Weg f\u00fchrt 30 km ins Landesinnere und das mit einigen Bachdurchquerungen. Von einem Radlerpaar erfahren wir die beste Stelle zum durchfurten des gr\u00f6ssten Baches. Wir sind um diese Information sehr dankbar, denn der Bach hat es noch so in sich. Nun geht es immer Bergauf bis zum letzten touristischen Aussenposten auf dieser Strasse. Hier gibt es zu unserem Verwundern mehrere Touristenunterk\u00fcnfte und ein Restaurant, wo wir uns erst einmal st\u00e4rken. F\u00fcr die meisten Touristen ist hier Endstation. In der n\u00e4he gibt es einen kleinen Bach mit Heisswasser zum Baden. Weiter geht kaum einer\u2026 ausser wir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-3.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Schon nach einigen Kilometern sehen wir in einem Tal umgeben von Schnee, inmitten von Lavagestein Dampf aufsteigen. Rund drei Stunden durchwandern wir dieses Gebiet und k\u00f6nnen uns nur mit M\u00fche mit Fotografieren zur\u00fcckhalten. \u00dcberall brodelt die Erde oder es steigt Dampf auf. Es ist fantastisch diese Farben zu erleben. Wir werden f\u00fcr unsere Strapazen entl\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Wir Geniessen auch die Tatsache, dass kaum ein Tourist seinen Fuss auf diesen traumhaften Fleck Erde setzt.<\/p>\n<p>V\u00f6llig \u00dcberw\u00e4ltigt fahren wir am sp\u00e4teren Nachmittag wieder hinunter ins Tal. Das Wetter hat sich nun Verschlechtert und es f\u00e4ngt auch schon bald wieder an zu Regnen. V\u00f6llig durchn\u00e4sst kommen wir bei unseren Zelten an. Es ist der erste Abend, an dem wir im Zelt kochen. Schon in Schottland entwickelten wir eine Methode, damit wir ohne Probleme in unseren einer Zelten kochen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Hveravellir die Oase im Nichts<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-4.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hochland-4.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Wer macht den ersten Schritt vor das Zelt? Ein lautes Rauschen und Summen weckt uns auf. Diese kleinen Biester! \u00dcber Nacht haben sich tausende von \u201eSandflys\u201c in unserem Vorzelt gesammelt und warten gierig auf uns! Diese Fliegen sehen aus wie Fr\u00fcchtefliegen, sind aber sehr aufdringlich. Im Gegensatz zu Schottland stechen sie aber nicht, daf\u00fcr haben sie die Eigenschaft in die Nase und Ohren zu fliegen. Thomas hat ein M\u00fccken Netz mit dabei, w\u00e4hrend Michel es aus Gewichtsgr\u00fcnden zuhause gelassen hat\u2026 ein Fehler!<\/p>\n<p>An diesem Morgen stellten wir den Rekord im Zelt abbrechen auf.<\/p>\n<p>Selbst w\u00e4hrend der Fahrt holen uns diese Biester ein. Wir verschlucken sogar einige; guten Appetit! Schon nach einigen Kilometer sehen wir in der Ebene Dampf aufsteigen, Hveravellir.<\/p>\n<p>Hier Beschliessen wir zwei Ruhetage einzulegen und uns zu erholen von den Strapazen des ersten W\u00fcstenabschnitts. Hveravellir ist ziemlich in der H\u00e4lfte der Kj\u00f6lur Strecke und ideal<\/p>\n<p>gelegen als St\u00fctzpunkt. Die Rettungswache, die den Verunfallten Hilfe bietet, ist hier Stationiert. Mit Patrouillen fahren sie die Strassen ab und suchen nach Personen die in Not sind. Daneben gibt es einen kleinen Laden, der allerdings nichts vern\u00fcnftiges zu Verkaufen hat, ausser Biskuits, die wir auch gleich aufkaufen. Die Duschen sind einmal am Tag offen, am Abend zwischen sieben und acht. Und da hat es noch eine kleine Reiseunterkunft, das ist auch schon alles. Das absolute Highlight ist das Thermalgebiet. Schlamml\u00f6cher, kleine Geysire, und viel Dampf. Nicht zu vergessen ist der nat\u00fcrliche Hot &#8211; Pool mit 40c\u02da warmem Wasser. Hier verbringen wir auch die meiste Zeit zum erholen.<\/p>\n<p>Schon von weitem sehen wir sie kommen, Anna Dora Saeporsd\u00f2trier. Sie arbeitet f\u00fcr das Tourismusamt in Island und macht eine Umfrage \u00fcber die W\u00fcnsche der Touristen. Wir f\u00fcllen den Fragebogen aus und erhalten so die Chance, unsere Meinungen einfliessen zu lassen. Die Touristen k\u00f6nnen sehr viel Schaden anrichten. In Island leben rund 312,872 Menschen, davon 196,161 im Hauptstadtgebiet. Im Jahr kommen im Gegensatz dazu rund 484.000 Touristen zu Besuch ins Land, Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Um diese Massen an Touristen zu bew\u00e4ltigen, braucht es eine gute Infrastruktur.<\/p>\n<p>Wenn man die Fl\u00e4che begutachtet, sieht man schnell wie viel unber\u00fchrte und auch h\u00f6chst sensible Natur es hier gibt. Island hat eine Fl\u00e4che von rund 103,000 km2 ( die Schweiz misst rund 41,285 km2 ) davon 1000 km2 Hauptstadtgebiet, 23,805 km2 Bewachsene Fl\u00e4che, 2,757 km2 Binnenseen, 11,922 km2 Gletscher und 64,538 km2 W\u00fcste.<\/p>\n<p>Es ist sehr schwierig, den Touristen und den Einheimischen gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Wir vertreten die Meinung, dass z.B. nicht alle Strassen befestigt werden m\u00fcssen. Island ist eines der letzten abenteuerlichen L\u00e4nder in Europa, und dies sollte auch so bleiben. Wir Menschen m\u00fcssen nicht immer \u00fcberall hinkommen, und dies auch noch bequem im bulligen Gel\u00e4ndefahrzeug.<\/p>\n<p>Nach einigen B\u00e4dern und Biskuits kommt unsere n\u00e4chste Begegnung in Form eines sehr farbig angezogenen Mannes. Mit Fahrradhosen in 80er Jahr Farben, steht Oswald aus der Schweiz vor uns. Wie wir ist auch er mit dem Fahrrad unterwegs, und dies auch schon zum wiederholten Male. Wir verbringen Stunden mit Diskutieren und Tipps notieren.<\/p>\n<p>Oswald sollte uns auf dem Rest der Tour noch einige male \u00fcber den Weg fahren und zu einem treuen Begleiter werden.<\/p>\n<p>Auch hier erfahren wir, dass das Askia Hochland noch immer geschlossen ist. Uns wird klar, dass es einfach nicht sein sollte. Hinzu kommt, dass wir aus verschiedenen Quellen erfahren haben, dass diese Route sehr schwierig zu befahren ist. Treibsand, wilde B\u00e4che mit schmelzendem Gletscherwasser und sehr schlechten Strassen. Dies alles w\u00fcrde uns dort erwarten. Da wir doch schon lange \u201eOn Tour\u201c sind und mittlerweile auch m\u00fcde Beine haben, lassen wir es besser sein und behalten diesen Traum f\u00fcr sp\u00e4ter auf.<\/p>\n<p><strong>Die Weiterfahrt, und das \u201eNordw\u00e4rts\u201c Brot<\/strong><\/p>\n<p>Nun wird es h\u00f6chste Zeit, unser Lager abzubrechen und wieder auf die Strasse zur\u00fcck zu kehren. Es gibt jedoch noch eine Verz\u00f6gerung. Anna Dora m\u00f6chte uns noch interviewen f\u00fcr ihre Arbeit. Alls Gegenzug macht sie vor Michels Kamera ein Interview. Nach dem Abschied von ihr und Oswald sind wir wieder zur\u00fcck auf der Schotterpiste.<\/p>\n<p>Die fahrt ist nun dank der Erholung einfacher, aber auch die Strasse ist nicht mehr ganz so holprig schwierig zu fahren. Unser Ziel ist die n\u00e4chste Schutzh\u00fctte. Bei eisiger K\u00e4lte stellen wir im Schutze der H\u00fctte unser Lager auf. Die H\u00fctte selbst ist heruntergekommen. \u00dcberall liegt Abfall und das Haus f\u00e4llt fast auseinander. Dennoch geniessen wir es im Schutze zu kochen und zu verweilen.<\/p>\n<p>Die Landschaft \u00e4ndert sich heute langsam aber sicher. Es wird immer gr\u00fcner und es gibt immer mehr B\u00e4che und Fl\u00fcsse. Das erste Zeichen der Zivilisation kommt in Form eines Restaurants. Uns h\u00e4lt nichts zur\u00fcck, ein guter Caf\u00e9 zu trinken und eine Waffel in der warmen Sonne zu geniessen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 2 Tage strampeln wir immer mehr nach Norden und schon bald geht\u2019s auf guter Strasse hinunter ins Tal. In Bl\u00f6ndu\u00f3s ist der n\u00e4chste Rasttag angesagt. Kleider waschen, duschen und unser Projekt verwirklichen. In Island ist das Essen dermassen teuer, dass wir auf Luxus wie Brot verzichten m\u00fcssen. Also beschliessen wir den Versuch zu wagen, selbst Brot zu backen und dies ohne Backofen. In der Wasserpfanne f\u00fcllen wir ca. 2 cm Wasser ein, legen den Deckel darauf. Der Brotteig wird dann in den Deckel gelegt. Ein weiterer Deckel auf das ganze und der Backofen ist komplett. Der erste Versuch ist nicht \u00fcbel, dennoch m\u00fcssen wir das ganze noch \u00fcberarbeiten.Der Rest der Tour verfeinern wir die Methode bis das Resultat ist ein s\u00fcssliches Fladenbrot, das mit Himbeerkonfit\u00fcre bestrichen wird. Dies ist nun unser neues Morgenessen f\u00fcr den Rest der Reise.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Waesche.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Waesche.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Immer mehr Camper und Wohnwagen f\u00fcllen den Zeltplatz. Gut haben wir noch einen Tisch beschlagnahmt. Ein Mann kommt zu uns und fragt, ob er die M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, seinen Wohnwagen neben unsere Zelte zu stellen. Nur mit Widerwillen lassen wir ihn in unser Hoheitsgebiet. Sehr schnell kommen wir mit ihm ins Gespr\u00e4ch. Sein Name ist Steind\u00f2r Bj\u00f6rnsson und wie fast alle Isl\u00e4nder f\u00e4hrt er \u00fcbers Wochenende mit dem Camper aufs Land. Mit drei Caf\u00e9s und S\u00fcssigkeiten setzt er sich an unseren Tisch. Auch hier freunden wir uns sehr schnell mit ihm an. Steind\u00f2r gibt uns wichtige Informationen und Tipps f\u00fcr die Weiterreise. So lernen wir Land und Leute immer besser kennen.<\/p>\n<p>Steind\u00f2r besitzt ein Taxiunternehmen in Reykjavik. Zum Abschied schreibt er seine Adresse und die Mobilnummer auf unsere Landkarte. Falls wir irgend ein Problem mit den Fahrr\u00e4der h\u00e4tten, egal wo und wann, er w\u00fcrde uns holen und zum Flughafen fahren. Danke Steind\u00f2r f\u00fcr alles.<\/p>\n<p>Ein weiterer Gast ist auch Oswald, den wir in Kj\u00f6lur kennen lernten, der uns gelegentlich einen Besuch abstattet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kolugliufur.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kolugliufur.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Uns zieht es weiter an die S\u00fcdk\u00fcste auf die Sn\u00e6fellsnes Halbinsel. Doch zuerst machen wir noch einen Besuch bei der Kolugliufur Schlucht mit einem sch\u00f6nen Wasserfall. Wir Klettern in den nassen Felsen umher und schenken den Absperrungen kaum Beachtung. In Michels \u00dcbermut springt er Thomas hinterher und sieht noch im Blickwinkel das Seil, das die nicht zu \u00fcbertretende stelle markiert, bevor er am Boden liegt. F\u00fcr ihn ist mit Filmen Schluss, seine H\u00fcfte schmerzt dermassen, dass er es noch knapp ins Zelt schafft. Thomas macht noch ein wenig weiter und Klettert \u00fcber Felsw\u00e4nde mit losem Stein hinunter an den Bach.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten vier Tage, erinnert Michels H\u00fcfte bei jedem Pedaltritt an seinen Sturz.<\/p>\n<p>Bei Str\u00f6mendem Regen fahren wir v\u00f6llig durchn\u00e4sst in Bu\u00f0ardalur ein.<\/p>\n<p><strong>Sn\u00e6fellsnes Halbinsel<\/strong><\/p>\n<p>Schon nach wenigen Kilometern ist Schluss mit befestigter Strasse und wir k\u00e4mpfen uns ein weiteres mal mit Schotterstrasse ab. Die Fahrt f\u00fchrt uns der K\u00fcste entlang Richtung Westen. Die dunklen Regenwolken verleihen der Landschaft einen mystischen Touch.<\/p>\n<p>Unterwegs sehen wir ein Schild das auf ein Restaurant hinweist, also nichts wie hin. Vor der T\u00fcre sieht es aber nicht so richtig nach Restaurant aus. Auch die angesprochene Person wird Stutzig. Er f\u00fchrt uns in den Garten des Hauses und schon bald sitzen wir gem\u00fctlich bei einem Caf\u00e9. Nun erfahren wir, dass das besagte Restaurant schon seit zehn Jahren geschlossen ist.<\/p>\n<p>Bis Budardalur gibt es nur sehr wenig zum besichtigen, ausser einem Lavafeld, in dem wir sehr sch\u00f6ne Lavasteine f\u00fcr zuhause finden. Budardalur selbst ist eines der wenigen St\u00e4dtchen auf Island, das sich zu besichtigen lohnt. Sch\u00f6ne farbige Wellblech H\u00e4user geben gute Fotoobjekte ab. Bei Glace und Sonnenuntergang neigt sich der Tag zu Ende.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kirkjufellfoss.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kirkjufellfoss.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Kaum aus der Stadt, fahren wir an den Kirkjufellfoss. Kaum ein Wasserfall ist dermassen sch\u00f6n gelegen wie dieser. Also Fotopause.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste St\u00e4dtchen heisst Hellissandur. Unsere Karte verspricht ein Hallenbad, das wir nun mit Freuden suchen. Dieses hat jedoch seine Tore schon vor einigen Jahren geschlossen, dasselbe mit dem Einkaufs Zentrum. Da der Zeltplatz keine Duschen hat, versuchen wir es im Hotel welches den Zeltplatz verwaltet. Die hingegen verlangen extra, und dies nicht gerade wenig. Also werden wir weiter stinken. Am n\u00e4chsten Morgen unternehmen wir einen Ausflug ins Nationalpark Gebiet am \u00e4ussersten Zipfel der Halbinsel.&nbsp;<a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Leuchtturm.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Leuchtturm.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Leuchtt\u00fcrme und Lavafelder gibt es hier zu besichtigen. Die K\u00fcstenlinie ist bekannt daf\u00fcr, dass hier Schiffe sinken, das letzte 2001. Leider sind die Wracks alle gesunken.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag durchfahren wir den ganzen Nationalpark und umrunden den Sn\u00e6fells-j\u00f6kull. Dieser Vulkan ist durch Jules Vernes Roman \u201e\u201cReise zum Mittelpunkt der Erde\u201c bekannt. Des weiteren glaubte am Millennium ein Mann, dass dort Aliens landen w\u00fcrden, und lockte unz\u00e4hlige Leute an.<\/p>\n<p>In dieser Gegend gibt es eine Vielzahl von kleineren aktiven Vulkanen. Wir beschliessen den Saxh\u00f3ll Krater zu besteigen.<\/p>\n<p>Der heutige Tag hat uns bis jetzt mit R\u00fcckenwind verw\u00f6hnt und so kommen wir sehr gut voran. Also machen wir gleich noch einen Abstecher zum Dj\u00fap\u00e1rl\u00f3n Strand. Nebst Skurillen Lavat\u00fcrmen gibt es Reste eines gestrandeten Schiffes zu besichtigen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Besuch gilt dem Malarrifsviti Leuchtturm der wie eine Rakete gegen den Himmel ragt.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckenwind hat uns nun verlassen und bl\u00e4st von der Seite. Jedes Mal wen ein Camper an uns vorbeif\u00e4hrt, nimmt er uns den Wind weg und zieht uns in die Strassenmitte. Die Fahrt wird so gef\u00e4hrlich, dass wir beschliessen, in Arnarstapi den Zeltplatz aufzusuchen.<\/p>\n<p>Nach dem Zelt stellen informiert man uns \u00fcber die Preise sowie dass es keine Duschen gibt. Ohne gross zu rechnen merken wir sehr schnell, dass dies der teuerste Zeltplatz auf unserer Reise ist. Uns ist in Island aufgefallen, dass die Isl\u00e4nder sehr gerne viel Geld verlangen f\u00fcr m\u00f6glichst wenig Leistung. Wir kochen noch auf dem Zeltplatz, brechen die Zelte ab und stellen unser Nachtlager am Strand auf.<\/p>\n<p>Bei Sonnenuntergang besichtigen wir das grosse Felsentor im Meer und den schwarzen Lavastrand. M\u00fcde fallen wir ins Bett.<\/p>\n<p>Heute begleitet uns wieder der Gegenwind, jedoch nicht so stark wie der Tag gestern aufgeh\u00f6rt hat. Daf\u00fcr geniessen wir das strahlend blaue Wetter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kirche.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kirche.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Unser n\u00e4chster Stopp gilt der Kirche von Bu\u00f0ir, einer alten schwarzen Kapelle.<\/p>\n<p>Laut unserem Reisef\u00fchrer gibt es in der n\u00e4he wieder ein Hallenbad. Da wir schon seit einigen Tagen keine M\u00f6glichkeit hatten, eine Dusche zu geniessen, beschlossen wir dieses Bad aufzusuchen.<\/p>\n<p>Zu unserer grossen \u00dcberraschung hat unser Reisef\u00fchrer f\u00fcr einmal recht und wir finden dieses Bad. Leider sind die Preise dermassen hoch, dass wir uns nur eine Glace g\u00f6nnen und weiterfahren.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Nacht verbringen wir in Ytri Tunga. Hier Verspricht unsere Karte, dass es in einer Bucht Seals zu besichtigen gebe. Der Zeltplatz ist eine wahre Freude, nicht zu teuer und es hat eine Dusche. Ohne Fahrradtaschen kommen wir nun sehr schnell zu dieser besagten Bucht wo die Seals hausen.<\/p>\n<p>Verspielt schwimmen diese Tiere im Wasser und unterhalten die wenigen Touristen die es bis hierher geschafft haben. Besonders der eine Seal spielt regelrecht den Clown und merkt nat\u00fcrlich sehr schnell, dass er bei seinen Zuschauern gut ankommt.<\/p>\n<p>Langsam aber sicher kommt die Flut, und wenn wir nicht aufpassen k\u00f6nnen wir gleich mit den lustigen Tieren um die Wette schwimmen.<\/p>\n<p>Nach dem Nachtessen geniessen wir die Abendsonne bevor es in den Schlafsack geht.<\/p>\n<p>Mitten in der Nacht zieht es uns nach draussen. Es ist Vollmond und durch die klare Nacht spiegelt sich der Mond wundersch\u00f6n im Wasser. Diese Stimmung versuchen wir mit unseren Kameras fest zu halten.<\/p>\n<p>Bis nach Borgarnes gibt es nicht mehr allzu viel zum Anschauen, daf\u00fcr holt uns der Regen wieder einmal ein.<\/p>\n<p>V\u00f6llig durchn\u00e4sst und halb erfroren kommen wir in dieser kleinen Industriestadt an.<\/p>\n<p>Der Staatliche Zeltplatz gibt so gut wie nichts her. Er hat keine Duschen, ist direkt an der stark befahrenen Strasse und steht total unter Wasser. Wir Radeln ein wenig weiter und machen erst einmal in einem Caf\u00e9 einen ausgiebigen Halt.<\/p>\n<p>Im Infocenter versichert uns die zust\u00e4ndige Person nach langem hin und her, dass es etwas ausserhalb der Stadt bei einem Motel noch einen Zeltplatz h\u00e4tte. Also nichts wie hin.<\/p>\n<p>Die folgende Dusche ist eine reinste Wohltat. Uns steht sogar ein Raum zur Verf\u00fcgung in dem wir Kleider trocknen und sitzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Heisse Quellen und Wasserf\u00e4lle<\/strong><\/p>\n<p>Der Wind hat enorm aufgefrischt, daf\u00fcr gibt es eine geniale Abendstimmung.<\/p>\n<p>Unsere Weiterfahrt soll uns nochmals ins Hochland f\u00fchren, zur Kaldidalur W\u00fcste.<\/p>\n<p>Auf sehr guten Strassen und bei wundersch\u00f6nem Wetter fahren wir Richtung Osten.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Nacht verbringen wir unbeabsichtigt in Tr\u00f6llafossar, bei einem Wasserfall, in dem wir angeblich die Lachse auf dem weg zu ihren Laichpl\u00e4tzen beobachten k\u00f6nnen. Um dorthin zu gelangen, m\u00fcssen sie einen langen und beschwerlichen Weg \u00fcber unz\u00e4hlige Wasserf\u00e4lle zur\u00fccklegen. Nicht alle kommen dort an und diejenigen, die es schaffen, sterben nach dem Eier legen. Wir haben leider beim Beobachten kein Gl\u00fcck, daf\u00fcr aber umso mehr mit dem dazugeh\u00f6rigen Zeltplatz.<\/p>\n<p>Sehr schnell kommen wir mit der Tochter des Betreibers ins Gespr\u00e4ch. Sie schw\u00e4rmt uns von den Trollen vor, die angeblich hier leben. Trolle sind in Tat und Wahrheit nichts anderes als Steine, in denen der Betrachter Gesichter erkennen kann. Die Isl\u00e4nder glauben unter anderem an Trolle und andere Fabelwesen.<\/p>\n<p>Im Caf\u00e9 des Zeltplatzes gibt es einen Film \u00fcber Island zu besichtigen. Zus\u00e4tzlich bekommen wir unbegrenzt Zugang zum Internet und k\u00f6nnen so nach sehr langer Zeit wieder einmal Bilder auf unsere Homepage stellen. Hinzu kommt, dass es auf dem Zeltplatz ein Hot Pool und ein gem\u00fctlicher Aufenthaltsraum zum verweilen gibt. Das ganze macht einen dermassen gepflegten Eindruck, dass wir uns am n\u00e4chsten Tag kaum von hier trennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hot-Spring.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hot-Spring.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Unterwegs besuchen wir am n\u00e4chsten Tag das Deildartunguhver Thermalgebiet welches zur Energiegewinnung benutzt wird. 180 Liter Wasser mit 100c\u00b0 heissem Wasser schiesst hier in der Sekunde aus dem Boden. Island geh\u00f6rt zu den gr\u00f6ssten aktivsten Gebieten der Welt und hat somit ein sehr grosses Energievorkommen. Die Isl\u00e4nder bezahlen sehr wenig f\u00fcr die Energie und so zieht es auch ausl\u00e4ndische Firmen nach Island. Hier k\u00f6nnen sie g\u00fcnstig Produzieren. Leider auf die Kosten alter Arbeitstraditionen wie die Fischerei. Auf Empfehlung von Oswald, besuchen wir den Hraunfossar und den Barnafossar. Der Barnafossar ist eigentlich nicht sehr imposant, ausser dass die enorme Wassermenge ein kleines Felsentor zu bew\u00e4ltigen hat. Der Hraunfossar hingegen ist ein eingehender Besuch wert. Wir fragen am Kiosk, ob uns bewilligt wird, hinter dem H\u00e4uschen die Zelte zu stellen.<\/p>\n<p>Nachdem alle Touristen das Weite gesucht haben ziehen wir los.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hraunfossar.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hraunfossar.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Der Hraunfossar hat keinen \u00fcberirdischen Fluss. Zum ersten male kommt er in unz\u00e4hligen kleinen Wasserf\u00e4llen, auf einer L\u00e4nge von mindestens 500 m, unter einem alten Lavafeld zum Vorschein. Der schwarze Stein und die satten gr\u00fcnen Farben geben ein farbenpr\u00e4chtiges Bild ab. Der Hraunfossar ist sehr geeignet f\u00fcr Langzeitbelichtungen, und wen erstaunt es da, dass Thomas zu jedem Felsvorsprung zu Klettern versucht oder 4 Grad kaltes Wasser durchquert um einige sch\u00f6ne Fotos zu schiessen.<\/p>\n<p>Wir sind uns einig, dass dies bei weitem der sch\u00f6nste Wasserfall auf unserer Reise ist.<\/p>\n<p>Nach dem Morgenessen im Kiosk des Wasserfalls zieht es uns weiter nach H\u00fasafell.<\/p>\n<p>Schon auf der Fahrt dort hin erkennen wir schnell, dass wir auf diesem Zeltplatz nicht mit Ruhe rechnen k\u00f6nnen. Ich glaube, ich habe noch nie ein solch grosser Zeltplatz gesehen. Hallenbad, Golfclub, Restaurant, Einkaufsladen, ja sogar ein Flugplatz hat er zu bieten.<\/p>\n<p>Da wir recht fr\u00fch hier sind, suchen wir uns ein geeignetes Pl\u00e4tzchen und werden f\u00fcndig. Eine kleine Plattform, die auf zwei Seiten abf\u00e4llt. Auf den anderen Seite kommt gleich die Zufahrtsstrasse. Wir holen uns noch schnell einen Holztisch und schon sind wir eingerichtet.<\/p>\n<p>Langsam leben auf dem Platz auf. Ein Truck, nach dem anderen kommt angerollt. Schon nach kurzer Zeit gibt es eine riesige Autokolonne auf dem Zeltplatz.<\/p>\n<p>Wir schauen dem Szenario am\u00fcsiert zu und fragen uns allm\u00e4hlich, wo den alle ihre Camper hinstellen wollen. Dieses Treiben geht noch bis Mitternacht so weiter und es wird auch nicht ruhig. Im Einkaufsladen erfahren wir, dass am heutigen Abend ein Live Konzert statt findet. Also nichts wie hin! Im Halbkreis sitzen die Menschen um ein riesiges Lagerfeuer, w\u00e4hrend die Band auf einer kleinen B\u00fchne bekannte Rock Songs aus alten Zeiten auf Isl\u00e4ndisch interpretiert. Die Isl\u00e4nder geniessen die Sommertage, da es fast die ganze Nacht hell ist. Im Winter herrscht dann wieder endlose Dunkelheit. Am n\u00e4chsten Tag fahren wir f\u00fcr einmal ohne Gep\u00e4ck zu einem kleinen Tagesausflug zur Surtshellier H\u00f6hle.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hoehle.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Hoehle.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"190\"><\/a>Diese H\u00f6hle z\u00e4hlt zu den gr\u00f6ssten Lavah\u00f6hlen der Welt. Der Einstieg ist nur durch Klettern m\u00f6glich. Also lassen wir uns auf das Wagnis ein und tauchen unter ins Dunkel.<\/p>\n<p>Zu Mischus \u00c4rger f\u00e4llt genau jetzt seine Stirnlampe aus, zum Gl\u00fcck hat noch Thomas&#8217;s Lampe Power.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hle ist im Eingangsbereich sehr ger\u00e4umig, wird aber sehr schnell zu einem Tunnel, der ca. 500 Meter lang ist.<\/p>\n<p>Auf dem Zeltplatz hat sich auch der hinter letzte Fleck gef\u00fcllt. Auch wir haben noch Nachbarn erhalten. Nach n\u00e4herem hinh\u00f6ren merken wir, dass es sich um drei Deutsche und einer Schweizerin handelt. Wir laden sie an unseren Tisch ein und haben schon bald eine lustige Unterhaltung. Wir \u00fcbersetzen Isl\u00e4ndische W\u00f6rter ins Deutsche und erfahren die Lieblings Freizeitbesch\u00e4ftigung der Isl\u00e4nder Namens \u201eR\u00f6ndr\u00f6n\u201c. Das heisst nichts anderes als mit dem Auto im Kreis herum zu fahren<\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Abend holen unsere Zeltnachbarn ihre Gitarre aus dem Zelt und Michel begleitet sie mit seiner \u201eBluesharp\u201c.<\/p>\n<p>Wir Erfahren auch einige interessante News, wie z.B., dass Markus und Adrian aus unserer Heimat ebenfalls in Island gestrandet sind. Beide kennen wir aus fr\u00fcheren Touren und Markus ist Inhaber eines Fahrradgesch\u00e4ftes in Thun.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen ist sehr windig und es hat auch geregnet. Wir sind sehr froh um unsere kleinen stabilen Zelte. Die vier Frauen nebenan haben mehr Pech. Das eine Zelt hat den Wind nicht \u00fcberstanden und die Stangen sind gebrochen. Das andere Zelt ist undicht. So helfen wir ihnen aus dem Zelt und zu retten was zu retten ist.<\/p>\n<p>Auch einem weiteren P\u00e4rchen bieten wir unsere Hilfe beim Zelt abbrechen an.<\/p>\n<p><strong>Die Kaldidalur W\u00fcste<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kaldidalur.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Kaldidalur.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Wir werden noch einmal, zum Abschluss, eine kleine W\u00fcstendurchquerung machen, als Finale sozusagen. Zuerst m\u00fcssen wir 1000 H\u00f6henmeter \u00fcberw\u00e4ltigen, und dies begleitet von einigen dunklen Wolken. Die W\u00fcste erstrahlt in einem magischen Licht und die durchfallende Sonne l\u00e4sst alle Varianten von Farben aufleuchten. Uns gef\u00e4llt die Kaldidalur W\u00fcste auf Anhieb.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit frischt der Wind auf und versucht uns mit heftigen B\u00f6en von der unbefestigten Strasse zu fegen. Zu allem \u00dcbel kommt noch Hagel und Regen hinzu und versucht uns am Weiterkommen zu hindern.<\/p>\n<p>Auf dem h\u00f6chsten Punkt geniessen wir eine geraume Zeit die Aussicht auf die Ebene unter uns. Auf der Anh\u00f6he befindet sich ein sehr hoher Steinhaufen, dem wir noch nicht allzu viel Bedeutung zukommen lassen. Eine Frau, die ebenfalls auf der Anh\u00f6he Halt macht, erkl\u00e4rt<\/p>\n<p>uns, was es mit dem Steinhaufen auf sich hat. Die Erbauer der Strasse haben nach Beendigung dieser Durchfahrt ihre Schuhe auf einen Haufen gelegt und die Steine darauf. Jeder der hier nun durch f\u00e4hrt, legt einen Stein hinzu. Also kommen auch wir dieser Tradition nach.<\/p>\n<p>Wir Freuen uns sehr, denn jetzt kommt die Abfahrt, leider mit immer mehr Wind und Regen.<\/p>\n<p>Eigentlich ist unser Ziel noch bis Pingvellir zu kommen. Sehr bald merkt Michel, dass er die n\u00f6tige Energie nicht mehr besitzt, um die Strecke zu bew\u00e4ltigen. Auf der Karte ist unterwegs eine Schutzh\u00fctte eingezeichnet und er hofft insgeheim, dass diese offen ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Huette.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Huette.png\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"189\"><\/a>Thomas ist als erster bei diesem knallroten H\u00e4uschen. Als Michel mit etwas Versp\u00e4tung ankommt, sieht er mit Freuden, dass Thomas bereits die T\u00fcre ge\u00f6ffnet hat.<\/p>\n<p>Im Innern sieht es recht komfortabel aus, im Gegensatz zu den bisherigen Schutzh\u00e4usern. Eine Pritsche, Funkger\u00e4t ohne Kabel und sogar einen funktionierenden Gasofen. In den Regalen finden wir ein paar gute Zutaten f\u00fcr ein Nachtessen, die andere Reisende zur\u00fcck gelassen haben. Wir Beschliessen hier zu \u00fcbernachten. W\u00e4hrend der Wind unaufh\u00f6rlich an der H\u00fcte wackelt, verbringen wir die Zeit beim Tagebuch schreiben und h\u00fcten Buch lesen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag ist noch verregneter als der Vorherige und wir kommen nur sehr m\u00fchsam vom Fleck. Wir stossen auf eine Strassenbaustelle wo unerm\u00fcdlich am Strassenbelag gearbeitet wird. Immer mehr Strassen werden Asphaltiert und schon in einem oder zwei Jahren wird wohl diese W\u00fcste f\u00fcr Abenteurer nichts mehr \u00fcbrig haben.<\/p>\n<p>V\u00f6llig durchn\u00e4sst fahren wir in Pingvellir, der Geburtsst\u00e4tte Islands, ein.<\/p>\n<p><strong>Pingvellir&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Pingvellir.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Pingvellir.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Pingvellir ist f\u00fcr die Isl\u00e4nder das, was f\u00fcr uns Schweizer das R\u00fctli ist.<\/p>\n<p>Hier haben sich die isl\u00e4ndischen Oberh\u00e4upter einmal im Jahr getroffen, um alle wichtigen Endscheidungen zu treffen. Zugleich war es auch der Ort, an dem der Freistaat Island in die Wege geleitet wurde.<\/p>\n<p>Das Besondere an Pingvellir ist eine grosse Spalte, die sich von S\u00fcdwesten bis Nordosten Islands hinzieht. Die Zone ist Teil des nordatlantischen R\u00fcckens, der die nordamerikanische von der eurasischen Kontinentalplatte trennt.<\/p>\n<p>Pingvellir liegt auf der Westseite einer grossen Senke, die sich \u00fcber den See Pingvallavatn und die Lavafelder im Norden des Sees ausdehnt.<\/p>\n<p>Die Kontinentalplatten driften auseinander. In den letzten 10&#8217;000 Jahren ist das Land beidseitig der Schlucht um 70m auseinandergedriftet. Gleichzeitig hat sich der Talboden um ungef\u00e4hr 40m gesenkt. Dieser Prozess h\u00e4lt weiter an und im Jahr wird die Schlucht um ca. 4mm breiter.<\/p>\n<p>Wir durchwandern die Schlucht von innen und aussen und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Weiter im Westen f\u00e4llt ein Wasserfall \u00fcber den Fels in die Schlucht.<\/p>\n<p>Es gibt auch noch den See Pingvallavatn zu sehen, der gr\u00f6sste nat\u00fcrliche Binnensee Islands, mit 84km2. Hier leben unter anderem Forellen mit \u00fcber 15kg Gewicht.<\/p>\n<p>Der Nachteil dieser Umgebung ist, dass es ein Touristen Magnet ist. Da unsere Tour langsam aber sicher dem ende zu neigt, fahren wir weiter nach Reykiavik, der Hauptstadt Islands.<\/p>\n<p><strong>Reykiavik, und das Ende der Tour<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Reykjavik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/tomphoto.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Reisen\/Nordwaerts_2008\/Reykjavik.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"285\"><\/a>Mit starkem R\u00fcckenwind kommen wir sehr gut voran. Die Strassen werden schon bald breiter und der Verkehr st\u00e4rker. Nach wochenlangem Unterwegs sein, auf einsamen Strassen, ist diese Stadt ein Schock f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Ohne lange zu suchen, Steuern wir gleich auf den hiesigen Zeltplatz. Dieser ist ziemlich voll. Jeder der in Island ankommt oder nach Hause geht, landet hier. Es ist ein Kommen und Gehen, wie in einem Ameisenhaufen. Das gute daran ist, dass jeder der geht, l\u00e4sst hier was er nicht brauchen kann. Somit hat es genug zu essen ohne das man Einkaufen gehen muss.<\/p>\n<p>Hier treffen wir auch wieder auf Oswald mit dem wir doch nun einiges auszutauschen haben.<\/p>\n<p>Hier passiert auch, was die ganze Reise nie Passiert ist. Wir Sitzen gerade gem\u00fctlich vor dem Zelt, da entweicht dem Fahrrad von Michel am Hinterreifen die Luft. Nun ja, lieber jetzt als Unterwegs. Tags darauf machen wir einen Ausflug in die Stadt. Viel gibt es nicht zu besichtigen, ausser viele Touristengesch\u00e4fte. Wir decken uns noch mit Erinnerungen f\u00fcr Zuhause ein und geniessen die Sonne.<\/p>\n<p>Ein Besuch jedoch ist Pflicht, \u201eThe Great Volcano Show\u201c.<\/p>\n<p>Thomas hat diese Show schon vor einigen Jahren gesehen und hat Michel auf der ganzen Reise davon vorgeschw\u00e4rmt. Lange wussten wir nicht, ob es dieses Kino \u00fcberhaupt noch gibt. The Great Volcano Show\u201c ist ein kleines Kino mitten in der Stadt. Villi Knudsen ist einer der einzigen, der die M\u00f6glichkeit und oft auch die Erlaubnis hatte,in der n\u00e4he eines ausbrechenden Vulkan zu Filmen. Mit seiner 8mm und 36mm Filmkamera wartet er stets auf die n\u00e4chste Eruption. So war er hautnah beim Ausbruch auf der Insel Heimaey dabei und durfte als einziger die Entstehung der Surtsey Insel filmen. Michel fasziniert dieser alte Mann. Dennoch l\u00e4sst er uns nicht in sein Film Studio hinein. \u201e Ich sch\u00e4me mich f\u00fcr die Unordnung\u201c ist seine Aussage. Jedoch genau das Fasziniert Michel an diesem Raum, er erinnert ihn an sein eigenes Film Studio.<\/p>\n<p>Langsam aber sicher m\u00fcssen auch wir uns Gedanken \u00fcber den Heimflug machen. Wir sondieren alles aus, was nicht mit nach Hause kommt. Und schon sitzen wir ein letztes mal im Sattel Richtung Keflavik. Die Strasse ist keine Freude und dr\u00fcckt auf unsere Stimmung.<\/p>\n<p>Wie erwartet finden wir hier auch Oswald vor, der einen Tag fr\u00fcher zum Flugplatz gefahren ist. Nun heisst es Fahrr\u00e4der einpacken, was jedoch ohne Kisten schwierig ist. Wir suchen jeden Kartonresten den wir finden k\u00f6nnen und kleistern die R\u00e4der regelrecht zu. Sp\u00e4ter finden wir noch eine Fahrradkiste, so ist zumindest Michels Rad gut verpackt.<\/p>\n<p>Um Mitternacht k\u00f6nnen wir endlich ins Flugzeug steigen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Wolken wird der Himmel rot von der Sonne, die nicht ganz untergeht. 13 Wochen Fahrradfahren liegt hinter uns, Gegenwind und viel Erlebtes. Thomas freut sich sehr auf seine Familie, er hat seine vier Jungs lange nicht gesehen. Michel jedoch erwartet nichts und niemand. Werden wir jemals wieder zur\u00fcck auf diese Insel kommen? Wir glauben ja! Zehn Jahre ist vergangen, seit unserer letzten grossen Tour, damals drei Monate durch Neuseeland. Wir hoffen, dass es nicht wieder so lange bis zur n\u00e4chsten drei Monatigen Tour geht.<\/p>\n<p><strong>Zuhause<\/strong><\/p>\n<p>Da wir sehr fr\u00fch in Z\u00fcrich landen, haben wir beschlossen mit dem Zug nach Hause zu fahren.<\/p>\n<p>In Spiez werden wir von den vier Kindern von Thomas zu ihm nachhause begleitet, wo App\u00e9ro auf uns wartet.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns wird es noch einiges zu tun geben, in den n\u00e4chsten Monaten. 16 Stunden Film schneiden, einige hundert digitale, und analoge Fotos bearbeiten, zwei Fotob\u00fccher gestalten, Reisebericht schreiben, und und und&#8230;<\/p>\n<p>Dennoch freuen wir uns auch auf diesen Teil der Reise.<\/p>\n<p>&nbsp;<strong>Film Ausr\u00fcstung (17 kg):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Film Kamera Sony HDR-HC-E (High Dvinition)<\/li>\n<li>Weitwinkel Objektiv<\/li>\n<li>Teleobjektiv<\/li>\n<li>Externes Mikrofon<\/li>\n<li>Diverse Filter<\/li>\n<li>Stativ<\/li>\n<li>4 Batterien<\/li>\n<li>Unterwasser Geh\u00e4use<\/li>\n<li>Solar Lade Station<\/li>\n<li>20 HDV Filme<\/li>\n<li>Kopfh\u00f6rer<\/li>\n<li>Wasserdichte Box f\u00fcr Kamera<\/li>\n<li>Digital Foto Kamera klein<\/li>\n<li>Speicher Medien f\u00fcr Foto Apparat<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Foto Ausr\u00fcstung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Leica MP (alles manuell)<\/li>\n<li>Objektiv 25 mm<\/li>\n<li>Objektiv 50 mm<\/li>\n<li>24 x 36er Diafilm<\/li>\n<li>Stativ<\/li>\n<li>analoger Belichtungsmesser<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Monate mit dem Fahrrad auf Reisen zu sein, ein Traum den wir uns nach fast 10 Jahren wieder einmal erf\u00fcllen wollen. Alles f\u00e4ngt mit einem SMS an Michel an. 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